Kia Optima: Der Herausforderer aus Korea

Optima Herausforderer Korea
Optima Herausforderer Korea(c) Werk
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Der Kia Optima kommt ohne Umschweife zur Sache: 4,8 Meter Länge, ordentliches Design und eine Ausstattung zum Kilopreis. Beim Motorenangebot punktet Kia zumindest mit Übersichtlichkeit.

Kia gegen Audi – ein unwahrscheinliches Duell. Oder? Peter Schreyer, der hinter dem Look des Optima steht und der früher Chefdesigner von Audi war, hätte seine Freude an diesem Gedanken. Und tatsächlich: Welten trennen diese beiden Autos, den Optima und den A4, nicht. Jedenfalls nach Zahlen. Der Kia streckt sich mit 4,84 Meter Länge ganze 14 Zentimeter weiter als der A4, wobei Audi mit einem längeren Radstand die bessere Raumausnutzung gelingt. Kofferraum: Vorteil Kia mit 505 Litern versus 480 Liter.

Beim Motorenangebot punktet Kia zumindest mit Übersichtlichkeit: Es gibt einzig einen 1,7-Liter-Diesel mit 136 PS, wahlweise mit Automatik. Klingt dürftig, aber auch beim A4, bei dem man zwischen Vier- und Sechszylindern in sieben Leistungsstufen von 120 bis 245 PS wählen kann, bilden die schwächeren Diesel das Mehrheitsprogramm. An der 136-PS-Variante des A4 fällt der deutlich niedrigere CO2-Wert auf (112 Gramm versus 128 g beim Optima), ein Hinweis auf den unbestreitbaren technologischen Vorsprung der Deutschen. Automatik gibt es bei Audi erst ab 143 PS, dann liegt der CO2-Wert allerdings immer noch unter dem des Kia-Handschalters. Die Automatikvariante leistet sich gar 158 Gramm, kein guter Wert. Die Option Allrad oder Kombi hat der Optima nicht zu bieten.

Dies alles verrät bereits der Prospekt. Wie sieht es im echten Leben aus? Zunächst das Design: Wie schon beim Sportage hat sich Schreyer nicht um Zurückhaltung bemüht. Er kombiniert den effektvollen Appeal eines Herausforderers mit gekonnter Linienführung, erneut mit hoher Gürtellinie und knappen Fensterflächen. Und schön langsam kann man Kias an der Front, am markanten Kühlergrill, erkennen.

Im Innenraum feiert der Kia Ausstattungsfestspiele. Schon die Basisversion um 28.490 Euro hat Tempomat, das volle Airbag-Programm, Bluetooth-Freisprech, ESP und Zwei-Zonen-Klima an Bord. Um 34.990 wird bereits das volle Menü aufgefahren, inklusive Xenon, 18-Zoll-Felgen, Navi und Panorama-Schiebedach. Da hat man im vergleichbaren Audi A4 um 33.690 Euro erst die Preisliste der Extras in die Hand genommen, und man wird sie erst einige tausend Euro später zur Seite legen, um das Auto schön einzurichten. Wunder können die Koreaner allerdings keine vollbringen. In der Behaglichkeit des Cockpits, der generellen Wertanmutung und in den Feinheiten des Antriebs ist der Audi dem Kia immer noch mindestens so weit überlegen, wie er mehr kostet. Kia weiß das, man richtet sich bequem unter den Premium-Deutschen ein und lehrt zunächst andere Marken das Fürchten.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.01.2012)

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