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Orbán will im Streit mit EU "Argumente" hören

Orbn will Streit Argumente
(c) Reuters
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Der ungarische Regierungschef ist offenbar zu keinem schnellen Einlenken bereit. Die Kritik der EU wertet an den Gesetzesänderungen in Budapest wertet er als "politische Meinung".

Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban zeigt sich im Konflikt mit der Europäischen Union (EU) vorerst unnachgiebig. "Wir sind bereit, jeden einzelnen (Kritik-)Punkt zu diskutieren, doch dafür brauchen wir nicht politische Meinungen, sondern Argumente", sagte er am Donnerstag nach einem Bericht der Nachrichtenagentur MTI vor Journalisten in Budapest. Wenn die Argumente der EU überzeugend seien, dann gebe es für seine Regierung keinen Grund, sie nicht zu akzeptieren und nicht entsprechend zu handeln.

Die EU-Kommission hatte am Mittwoch in Brüssel bekanntgegeben, dass sie am 17. Jänner über mehrere Vertragsverletzungsverfahren gegen Ungarn entscheiden wolle. Das Gremium mutmaßt, dass vor allem drei jüngst beschlossene Gesetze gegen geltendes EU-Recht verstoßen könnten: Ein Gesetz über die Zentralbank, ein Gesetz über die Senkung des Rentenalters von Richtern von 70 auf 62 Jahre sowie ein Gesetz über die Ernennung eines Datenschutzbeauftragten.

Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso hatte den Rechts-Konservativen Orban noch vor den entscheidenden Abstimmungen im Parlament von der Annahme dieser Gesetze abgeraten. Wegen der Zweifel an der Unabhängigkeit der Zentralbank haben die EU und der Internationale Währungsfonds auch Verhandlungen mit Budapest über Finanzhilfen für das von der Staatspleite bedrohte Land ausgesetzt.

Scharfe Europarats-Kritik an Ungarn

Der Europarat forderte die Regierung Orban am Donnerstag eindringlich zur Achtung von Meinungs- und Religionsfreiheit auf. Man sei "ernsthaft besorgt" über Einschränkunken der Unabhängigkeit der Justiz, der Meinungs- und der Religionsfreiheit, heißt es in einem am Donnerstag in Straßburg veröffentlichten Brief des Menschenrechtsbeauftragten des Rates, Thomas Hammarberg, an den ungarischen Außenminister Janos Martonyi.

(Ag.)