Commerzbank will Kapitallücke ohne Staatshilfe schließen

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Commerzbank(c) dapd (Volker Hartmann)
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Die deutsche Commerzbank will ihr Kernkapital um 6,3 Milliarden Euro steigern, die Europäische Bankaufsicht hat 5,3 Milliarden mehr Kapital gefordert.

Die deutsche Commerzbank will die von der europäischen Bankenaufsicht EBA beanstandete Milliarden-Kapitallücke aus eigener Kraft und damit ohne weitere Staatshilfe schließen. Das teilte das Bankinstitut am Donnerstag in Frankfurt mit. Mit verschiedenen Maßnahmen soll das Kernkapital um 6,3 Milliarden Euro gestärkt werden. Die EBA hatte eine Lücke von 5,3 Milliarden Euro festgestellt.

Vorstandschef Martin Blessing hatte zuletzt immer wieder betont, dass er nicht noch einmal - wie nach der Finanzkrise 2008 - Hilfe vom Staat in Anspruch nehmen will. Der Bund ist derzeit noch mit 25 Prozent an dem zweitgrößten deutschen Geldhaus beteiligt. Der Aktienkurs ging steil nach oben und legte zeitweise um sieben Prozent zu.

Drei Milliarden bereits gesammelt

Zusätzliches Eigenkapital in Höhe von 3,0 Milliarden Euro habe die Bank bereits zusammen. Weitere 3,3 Milliarden Euro sollen im ersten Halbjahr 2012 dazukommen, vor allem durch die Verringerung von Risikoposten und durch einbehaltene Gewinne.

Laut einem Bericht der "Financial Times" hat die Bankenaufsicht EBA jedoch Zweifel, dass die Commerzbank tatsächlich ohne neue Staatshilfe auskommt. Es erscheine "fast unausweichlich", dass die deutsche Nummer zwei erneut darauf zurückgreifen müsse, sagten hochrangige EBA-Beamte der Zeitung vor Veröffentlichung des konkreten Plans der Bank.

Der Commerzbank-Vorstand informiert heute um 13 Uhr in einer Pressekonferenz in Frankfurt über die Kapitalpläne.

(APA)

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