Die Händler sprechen von einer dünnen Nachrichtenlage. Die Bankenwerte sind weiter sehr stark Wien gefragt.
Die Wiener Börse hat am Donnerstag im Mittagshandel bei hohem Volumen weiterhin mit festen Notierungen tendiert. Der ATX wurde um 12.00 Uhr mit 1982,40 Punkten errechnet, das ist ein Plus von 21,76 Punkten bzw. 1,11 Prozent. Zum Vergleich: DAX/Frankfurt +0,09 Prozent, FTSE/London +0,16 Prozent und CAC-40/Paris +0,81 Prozent. Ein Händler in Wien sprach von einem ruhigen Handel mit kaum Berichtenswertem von der Fundamentalseite.
Entsprechend dem europäischen Trend fanden sich Finanzwerte auch weiterhin ganz oben auf der Kurstafel im Wiener prime market. Im schwergewichtigen Bankensektor rückten Erste Group um 5,13 Prozent auf 14,35 Euro vor und Raiffeisen befestigten sich um 4,46 Prozent auf 20,16 Euro. Unter den Versicherungspapieren verzeichneten Vienna Insurance einen Zuwachs um 1,63 Prozent auf 31,73 Euro, während aber UNIQA 2,00 Prozent auf 10,78 Euro ins Minus rutschten.
In der Gewinnzone tendierten wiederum Wienerberger, die trotz einer Kurszielreduktion durch die UBS um etwa marktkonforme 1,05 Prozent auf 7,81 Euro dazugewannen. Die UBS-Analysten hatten das Ziel für den heimischen Ziegelhersteller von 8,60 auf 8,00 Euro gekürzt, die Einstufung "neutral" aber unverändert beibehalten.
Weiterhin in der Verlustzone fand sich die Flughafen Wien-Aktie mit einem Minus von 1,47 Prozent auf 27,74 Euro. Das Unternehmen hatte im Rahmen der Präsentation der Verkehrsergebnisse für 2011 die Aktionäre auf eine Halbierung der Dividende eingestellt. Der Dividendenvorschlag werde "nicht unter 50 Prozent des Vorjahresniveau liegen", teilte Flughafen-Finanzvorstand Günther Ofner in der Früh mit.
Im Vorjahr hat der Flughafen mit 21,1 Millionen beförderten Passagieren (plus 7,2 Prozent) ein neues Rekordaufkommen erzielt. Für 2012 wurde vor dem Hintergrund der absehbaren schwachen Konjunkturlage aber lediglich ein Passagierplus in der Bandbreite von 0 bis 1 Prozent in Aussicht gestellt.
Die mit Spannung erwarteten Anleihenauktionen der beiden jüngst von der Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) abgestuften Euro-Länder Frankreich und Spanien seien positiv verlaufen, war aus Marktkreisen zu vernehmen. Die Refinanzierungskosten seien rückläufig gewesen, die Nachfrage robust. Im weiteren Verlauf könnten Nachrichten von der US-Konjunktur- und Unternehmensdatenfront für Bewegung sorgen.
Das bisherige Tageshoch verzeichnete der ATX aktuell bei 1983,41 Punkten, das Tagestief lag zur Eröffnung bei 1960,26 Einheiten. Der ATX Prime notierte zum oben genannten Zeitpunkt 0,97 Prozent höher bei 979,85 Punkten. Im prime market zeigten sich 18 Titel mit höheren Kursen, 15 mit tieferen und vier unverändert. In drei Aktien kam es bisher zu keiner Kursbildung.
Bis dato wurden im prime market 1935.012 (Vortag: 1.677.531) Stück Aktien umgesetzt (Einfachzählung) mit einem Kurswert von rund 54,152 (39,61) Millionen Euro (Doppelzählung). Umsatzstärkstes Papier ist bisher Erste Group mit 595.432 gehandelten Aktien, was einem Kurswert von rund 16,70 Millionen Euro entspricht.
(APA)