Drogerie-Imperium Schlecker: Omnipräsent und verschlossen

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GERMANY ECONOMY SCHLECKER(c) EPA (Peter Kneffel)
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Der Metzgerssohn Anton Schlecker eröffnete 1975 die erste Schlecker-Filiale. In zwei Jahrzehnten stieg er zum deutschen Drogeriekönig auf.

1975 eröffnete der Metzgerssohn Anton Schlecker seine erste Filiale im baden-württembergischen Kirchheim unter Teck. Er stieg in zwei Jahrzehnten mit seinen Filialen mit dem blau-weißen Schriftzug zum deutschen Drogeriekönig auf. Dabei verdiente das Unternehmen nicht nur mit klassischen Drogerie-Artikeln sein Geld. Auch Haushaltsgeräte wie Staubsauger oder Konzertkarten gehörten zum Sortiment.

Einen erheblichen Rufschaden bedeuteten Ermittlungen wegen der Arbeitsbedingungen bei Schlecker Ende der 1990er Jahre: Die Stuttgarter Justiz hielt dem Milliardärspaar Anton und Christa vor, Hunderte Mitarbeiter jahrelang unter Kollektivlohn bezahlt zu haben. Die Schleckers akzeptierten einen Strafbefehl und sorgten für verbesserte Arbeitsbedingungen. Auch bis vor wenigen Jahren gab es immer wieder Kritik von Arbeitnehmervertretern. Dann kam es langsam zu einem Imagewandel. Schlecker schloss unter anderem Kollektivverträge, die von der Gewerkschaft Verdi gelobt wurden.

Entführung der Kinder

Dass der einstige Firmenpatriarch Anton Schlecker die große öffentliche Bühne mied, hing wohl auch mit der Entführung der beiden Kinder Meike und Lars kurz vor Weihnachten 1987 zusammen: 9,6 Millionen Mark Lösegeld wurden gezahlt. Die Kinder konnten sich selbst befreien. Erst elf Jahre nach der Entführung wurden die Täter gefasst und verurteilt.

Gerade die beiden Kindern, die im November 2010 in die Geschäftsführung aufstiegen, sorgten dann für eine Öffnung - wobei die Geschäftszahlen bis zuletzt nur auszugsweise und zögerlich herausgegeben wurden.

(APA)

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