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Theater an der Wien: Rolf Kutschera gestorben

Theater Wien Rolf Kutschera
APA (Artinger)
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Der langjährige Direktor des Theater an der Wien bereitete den Boden für den Erfolg der Musicals in Österreich. Er starb im Alter von 96 Jahren.

Der Schauspieler, Theatermacher und Musicalpionier Rolf Kutschera ist im Alter von 96 Jahren gestorben. Wie seine langjährige persönliche Sekretärin gegenüber dem "Kurier" angab, starb Kutschera am Sonntag in Wien. Der langjährige Direktor des Theater an der Wien machte das angloamerikanische Musical in Wien heimisch. Er bereitete mit Kassenschlagern wie "My Fair Lady", "Der Mann von La Mancha", "Hello Dolly" oder "Evita" den Boden für den späteren Erfolgszug der Gattung Musical in Österreich.

Kutschera betätigte sich anfangs als Pianist, Textautor und Komponist für Kabarettund Chansons. Der ausgebildete Fleischhauer kam schließlich als "Claqueur" erstmals mit dem Theater an der Wien in Berührung: "Wer wollte, konnte täglich kommen. Natürlich war ich Stammgast", beschreibt er dieses Erlebnis. 1937 bekam er am Theater an der Wien sein erstes Engagement.

Weitere Engagements hatte er 1938 in Heidelberg, 1939 in Linz und 1940 am Volkstheater in Wien. Nach 1945 versuchte Kutschera sich zunächst als Autor von Revuen und wurde dann an die Wiener Scala engagiert. Er war auch als Schauspieler bei einigen Filmproduktionen im Einsatz.

Als Schauspieler und Regisseur war Kutschera ab 1950 vor allem in Berlin tätig, wo er als "König des Boulevards" reüssierte. Daneben spielte und inszenierte er auch im Theater in der Josefstadt, im Hamburger Schauspielhaus sowie in Zürich und Stuttgart. Seine Wiener Inszenierungen wie "Staatsaffären", "Bei Kerzenlicht" und "Einzelgänger" galten als Glanzpunkte des Unterhaltungstheaters seiner Zeit.

25 Musical-Inszenierungen

Während seiner Direktionszeit am Theater an der Wien zwischen 1965 und 1983 zeichnete er für insgesamt 25 Musical-Inszenierungen verantwortlich. Für seine Musicals, die er aus London und New York importierte, konnte er Künstler wie Marika Rökk, Dagmar Koller, Harald Juhnke, Josef Meinrad, Marianne Mendt oder Fritz Muliar gewinnen. Titel der ersten Premiere unter seiner Leitung: "Wie man was wird im Leben, ohne sich anzustrengen." Mit einigen Aufführungen, wie beispielsweise der "Gräfin vom Naschmarkt", verlieh Kutschera dem aufstrebenden Genre auch eine Wiener Note.

Vielbeschäftigter Schauspieler und Regisseur im TV

Auch im deutschsprachigen Fernsehen zählte Kutschera zu den vielbeschäftigten Schauspielern und Regisseuren. So inszenierte er beispielsweise für den ORF "Brillanten aus Wien", "Die Bekehrung des Ferdy Pistora", den Fernsehfilm "Das Wunder einer Nacht" und die Unterhaltungsserie "Glückliche Reise" und wirkte als Schauspieler in "Das doppelte Leben" oder in Franz Antels "Der Bockerer" mit.

Für seine künstlerischen Verdienste wurde Kutschera, der mit der bereits 2009 verstorbenen Schauspielerin Susanne von Almassy verheiratet war, 1971 der Berufstitel "Professor" verliehen, 1975 erhielt er das "Goldene Ehrenzeichen des Landes Wien" und 1980 die "Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien in Gold".

(APA/Red.)