Credit Suisse: „Faule“ Boni brachten satten Gewinn

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Symbolbild(c) REUTERS (ERIKO SUGITA)
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Die Schweizer Bank Credit Suisse hat im Jahr 2008 5,05 Milliarden Euro an Boni in Form von mit faulen Krediten besicherten Anleihen als Boni ausgeschüttet – und ihren Topmanager somit hohe Gewinne beschert.

Zürich/Bloomberg. Manchmal können auch „faule“ Wertpapiere pures Gold sein – und ihre Eigentümer reich machen. Das haben jedenfalls jene Topmanager der schweizerischen Credit Suisse, die im Krisenjahr 2008 solche „faulen“ Papiere als Boni erhalten haben, bemerkt.

Insgesamt hatte die Schweizer Bank damals 5,05 Mrd. Euro an Boni in Form von mit faulen Krediten besicherten Anleihen als Boni ausgeschüttet. Zwischen 2008 und 2011 brachte dieses vermeintliche Katastrophenportfolio wegen der Erholung der Kreditmärkte 75 Prozent Gewinn.
Der Vergleich mit Gold ist da nicht zu weit hergeholt: Das Edelmetall hat im selben Zeitraum 98 Prozent zugelegt.

Aktien der Credit Suisse dagegen haben seither 23 Prozent ihres Wertes verloren. Das dürfte die Topmitarbeiter der Konkurrenz ärgern, die ihre Boni-Zuteilungen damals in Form von Aktienoptionen bekommen haben – und zuerst mitleidig auf die mit „Anleihenschrott“ bedachten Credit-Suisse-Banker heruntergeblickt haben. Dass die Marktbewertungen solcher Anleihen damals gerade auf Allzeittief waren und seither nur noch zulegten, konnte ja keiner wissen.

Boni in Fonds gebündelt

Die Papiere von damals sind in einem Fonds gebündelt, 2000 Mitarbeiter der Bank hatten Beteiligungen an diesem Fonds erhalten. Der Wert der Bonus-Papiere war anfangs deutlich gesunken, hatte ab 2010 aber stark zugelegt.
Die Entwicklung der Boni-Papiere von damals erklärt, warum sich die Mitarbeiter der Credit Suisse vor Kurzem darum gerissen haben, in einen 450 Mio. Euro schweren Pool von Wohnhypotheken investieren zu dürfen. Das Unternehmen gewährte den Mitarbeitern Kredite, damit sich diese Anteile an dem Fonds kaufen konnten. Die Nachfrage unter Mitarbeitern war so groß, dass nur 90 Prozent der Beteiligungswünsche erfüllt werden konnten.
Credit Suisse hatte 2008 einen Verlust von 8,2 Mrd. Franken ausgewiesen, im darauffolgenden Jahr aber bereits wieder 6,72 Mrd. Franken Gewinn erzielt.

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