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u lügst ja wie ein Öko-Fuz zi": Kein geflügeltes Wort, aber es könnte eines werden. Denn kaum wo wird so geflunkert wie bei Ökoenergien. Und zwar vollkommen sinnlos, denn deren Vorteile sprächen auch so für sich. Die drei gängigsten Öko-Schmähs:
[*] Windräder können herkömmliche Stromerzeugung weitgehend ersetzen. Die Wahrheit: Sie erzeugen nicht die benötigte Grundlast, sondern Spitzenstrom. Und zwar oft zu Zeiten und an Orten, an denen man diesen gerade nicht braucht. Aber natürlich ist es interessant, Windräder als "Beimischung" zum Strom-Mix zu haben.
[*] Biomasse ist CO2-neutral und ein Segen für die Umwelt. Die Wahrheit: Nur bei generöser zeitlicher und geografischer Durchrechnung. Regional aber nicht, wenn - so wie derzeit in Österreich - ein gutes Drittel des benötigten Holzes importiert wird. Außerdem entstehen beim Holz-Verheizen noch andere Schadstoffe, und ungefilterte Holz-Einzelheizungen sind wahre Feinstaubschleudern. Aber natürlich ist die Öko-Bilanz dramatisch besser als beim Erdöl. Und natürlich ist es angenehmer, von Energieimporten aus Tschechien abhängig zu sein, als von solchen aus dem Mittleren Osten.
[*] Biosprit ist eine Alternative zum Erdöl. Die Wahrheit: Biosprit wird unter hohem (konventionellem) Energieeinsatz und unter Einsatz großer Mengen auf Erdölbasis hergestellten Kunstdüngers erzeugt. Aber natürlich ist eine graduelle Verringerung der Ölabhängigkeit besser als die alte "Ölwirtschaft".
W
ieso also so dick auftra gen, wenn erneuerbare Energien auch ohne PR-Übertreibung eine sinnvolle Sache sind? Geht's vielleicht gar nicht um Umwelt und Energieautarkie, sondern darum, jeweils für sich die größten Förderungen heraus zu reißen?
Sieht so aus. Eine Förder-Abzocke wie während der Windrad-Hysterie der vergangenen Jahre sollte jedenfalls nicht mehr passieren. Natürlich: Neue Technologien brauchen Anschub-Finanzierungen. Das ist normal. Nicht normal sind Dauersubventionen für zukunftsträchtige Technologien.
Aber langsam setzt sich ja die Vernunft durch. Der Vorschlag, erst einmal dort Schwerpunkte zu setzen, wo mit dem geringsten Aufwand der größte Umwelt- und Energiespareffekt zu erzielen ist, bei der Wärmedämmung, ist schon einmal ein guter Anfang.