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Frächterprotest: EU macht Druck auf Italiens Regierung

ITALY PROTEST TRUCK DRIVERS
(c) EPA (Di Marco)
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Seit Montag blockieren italienische Lkw-Fahrer die Autobahnen. Brüssel warnt vor den Folgen der Proteste für den europäischen Güterverkehr.

Am zweiten Tag der Blockade italienischer Autobahnen durch protestierende Lkw-Fahrer hat sich die EU-Kommission eingeschaltet. EU-Kommissar Antonio Tajani habe mit der italienischen Innenministerin Anna Maria Cancellieri telefoniert und vor den Folgen der Proteste für den Güterverkehr in Europa gewarnt, teilte die EU-Kommission am Dienstag in Brüssel mit. Viele Lastwagen nutzten die Routen durch Italien, sagte er. Die italienische Regierung habe zugesagt, alles zu tun, um die Straßenblockaden bald aufzuheben.

Demonstrant von Lkw überrollt

Überschattet von einem tödlichen Unfall hielten die Streiks und Proteste Hunderter Lastwagenfahrer auch am Dienstag an. In der piemontesischen Stadt Asti wurde ein Demonstrant von einem Lastwagen überrollt und getötet, der von einer 52-jährigen Deutschen gelenkt wurde. Es hat sich laut Polizeiangaben vermutlich um einen Unfall gehandelt.

Auswirkungen des Frächterstreiks: Leere Supermarktregale in NeapelEPA/CIRO FUSCO

Die Fahrerin sei jedoch unter dem Verdacht der fahrlässigen Tötung festgenommen und nahezu zwei Stunden vernommen worden. Auch ein etwaiger Vorsatz werde von den Ermittlern noch geprüft, hieß es.

Mit Behinderungen und Blockaden an Dutzenden Mautstellen und Autobahnabschnitten protestieren die Transportunternehmer gegen hohe Treibstoffpreise, Versicherungskosten und gestiegene Mautgebühren. Sie sind auch dagegen, den Transportbereich für mehr Wettbewerb zu öffnen, wie es die Regierung von Mario Monti plant. Angekündigt hatten sie auch, ihre Aktion noch bis Freitag fortsetzen zu wollen. An einigen Stellen entspannte sich die Lage aber schon am Dienstag.

Fiat-Werke mussten bereits reagieren

An diesem zweiten Tag der Blockaden von Autobahnen und anderen Straßen im Land durch Lastwagen zeigten sich erste Auswirkungen des Ausstands auf die Versorgung. So musste in fünf Fiat-Werken die Produktion wegen Lieferengpässen zunächst für zwei Schichten eingestellt werden. Betroffen waren die Werke Melfi, Cassino, Pomigliano, Mirafiori und Sevel, berichteten Medien.

Chaos in der Nähe von Neapel
Chaos in der Nähe von NeapelEPA/CIRO FUSCO

(Ag.)