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Google will Nutzerdaten aller Dienste verknüpfen

Google will Nutzerdaten aller
(c) AP (Mark Lennihan)
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Das Unternehmen will mit einer neuen Datenschutzregel den bisherigen Wildwuchs beheben. Dadurch kann Google die Nutzerdaten auch leichter auswerten.

Google ändert seinen Umgang mit Nutzerdaten und will künftig alle Informationen, die man bei verschiedenen Diensten des Konzerns hinterlässt, gesammelt auswerten. Das Unternehmen verspricht sich Vorteile für die Nutzer durch das neue Verfahren mit relevanteren Suchergebnissen und Werbeanzeigen. Das ist aber auch ganz im Sinne von Google. Denn mit Werbung verdient der Webkonzern sein Geld. Je zielgenauer diese wird, desto zufriedener werden die Anzeigenkunden und damit auch Googles Umsatz. Für die Änderungen sollen ab 1. März die Datenschutz-Bestimmungen vereinfacht und zusammengeführt werden - statt heute 70 einzelnen Dokumenten für verschiedene Dienste soll es eins geben. Die Daten würden nach wie vor nicht nach außen getragen, betont Google.

Ausgesuchte Angebote nicht inkludiert

Wenn ein Nutzer bei Google angemeldet ist, "können wir Informationen, die Sie bei einem Dienst gemacht haben, mit Informationen aus anderen Diensten kombinieren", erläuterte Googles Datenschutz-Chefin Alma Whitten in einem Blogeintrag. Kurz gesagt, werde man über alle Google-Dienste hinweg als ein Nutzer behandelt. Das solle für ein "einfacheres, intuitiveres Google-Erlebnis" sorgen. Allerdings werden einige Angebote, etwa Google Books, der Bezahldienst Wallet und der Chrome-Browser, nicht in die neuen Datenschutz-Regeln inkludiert, wie das Unternehmen in einer FAQ schreibt.

"Wir können die Suche besser machen - indem wir verstehen, was Sie wirklich meinen, wenn sie Apple, Jaguar oder Pink eintippen", argumentierte Whitten. "Wir können Sie darauf hinweisen, dass Sie spät dran für ein Treffen sind, ausgehend aus Ihrem Aufenthaltsort, ihrem Kalender und einer Vorstellung von dem aktuellen Verkehr." Oder man könne für jeden die richtigen Vorschläge bei der Rechtschreibkontrolle machen. Die Idee sei, die eigenen Informationen sinnvoller einzusetzen.

Kritik an personalisierter Websuche

Die Vision von Google als Helfer im Alltag ist nicht neu. Der damalige Konzernchef und heutige Verwaltungsratsvorsitzende Eric Schmidt umriss schon vor mehr als einem Jahr ähnliche Szenarien. Jetzt scheinen die Pläne jedoch konkret zu werden. Das weltgrößte Online-Netzwerk Facebook und Microsoft experimentieren mit "sozialer Suche", die besser auf die einzelnen Nutzer zugeschnitten sein soll. Google konterte jüngst bereits mit einer personifizierten Version seiner mit Abstand führenden Suchmaschine - erntete jedoch Kritik, weil einige Experten und Konkurrenten den Hauseigenen Facebook-Rivalen Google+ bevorzugt sehen.

(Ag.)