Ein polnischer Hersteller von alkoholhaltigen Getränken und Energy-Drinks wollte sich die Marke "Viaguara" schützen lassen. Das EU-Gericht verweigert dies. Man dürfe den guten Ruf von Viagra nicht ausnützen.
Alkohol gegen Potenzmittel - das ist Brutalität. Denn dem Viagra-Hersteller Pfizer behagte es gar nicht, dass ein polnischer Hersteller von Energy Drinks und alkoholhaltigen Getränken sich den Namen "Viaguara" als EU-Gemeinschaftsmarke schützen lassen wollte. Die Polen zogen vor das EU-Gericht in Luxemburg. Ihr Argument: Ein Getränk und ein Potenzmittel seien unterschiedliche Dinge, es bestehe keine Verwechslungsgefahr.
Die EU-Richter blieben aber hart und verweigerten die Eintragung von "Viaguara" als Marke. Denn auch wenn Getränke offensichtlich nicht die gleichen positiven Wirkungen haben, die Medikamente für Erektionsstörungen aufweisen, könne der Verbraucher zum Glauben neigen, dass das Getränk die Libido steigere. Und der Käufer würde das Wort Viaguara mit Viagra assoziieren. Zudem werbe der polnische Hersteller auch selber damit, dass seine Produkte Psyche und Körper stärken und stimulieren. Die Marke Viagra stehe für Lebenskraft und Potenz - diesen Ruf würden die Polen ausnutzen wollen. Das sei unlauter - weswegen man dem Getränkehersteller verwehren müsse, "Viaguara" als Gemeinschaftsmarke eintragen zu lassen (T-332/10).
Das Viaguara-Urteil steht aber nicht endgültig. Die Polen können gegen die jetzige Entscheidung noch beim Gerichtshof der Europäischen Union berufen.