Lieferanten ermöglichen Weiterführung von Schlecker

Drogerie Schlecker
Drogerie Schlecker(c) Die Presse (Clemens Fabry)
  • Drucken

Die insolvente deutsche Drogeriekette Schlecker kann dank der Lieferanten weitergeführt werden. Der Insolvenzverwalter setzt auf das Auslandsgeschäft.

Die Lieferanten der insolventen deutschen Drogeriekette Schlecker ermöglichen die vorläufige Fortführung des Firmenbetriebs. Neben der Markant-Gruppe hätten rund 140 weitere Unternehmen die weitere Belieferung der Handelskette zugesichert, sagte Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz am Montag bei einer Pressekonferenz in Schlecker-Zentrale in Ehingen bei Ulm. Darunter seien auch Großkonzerne wie Procter & Gamble, Beiersdorf, Unilever und Henkel. Die gut 32.000 betroffenen Mitarbeiter in Deutschland würden ihre Gehälter pünktlich bis März aus dem Insolvenzgeld erhalten. Es ist die erste Pressekonferenz des Konzerns seit den 1990er Jahren.

Schlecker-Österreich mit 970 Filialen und rund 3000 Mitarbeitern sowie die anderen Schlecker-Auslandstöchter haben hingegen nicht Insolvenz angemeldet.

Privatpleite

Der Insolvenzverwalter betonte, er werde weiter mit der Eigner-Familie, Gläubigern und Arbeitnehmervertretern an einer Zukunftslösung arbeiten. Es gebe ein erstes Konzept, an dem weiter gefeilt werde. Bei der Schlecker-Pleite handle es sich um die Privatpleite des Eigentümers Anton Schlecker. Seine Tochter Meike betonte, das komplette Vermögen des Unternehmens und der Besitzer sei aufgebraucht. Am Ende sei die Insolvenz eingetreten, weil ein zweistelliger Millionenbetrag nicht aufzutreiben gewesen sei. Bankschulden gebe es nicht. Sie trat Gerüchten entgegen, die Familie habe Geld zur Seite geschafft. "Das ist falsch", sagte die Miterbin. "Das Vermögen meines Vaters war immer das Unternehmen." Die Dynastie habe in den vergangenen Jahren einen dreistelligen Millionenbetrag in das Geschäft gepumpt, um die Restrukturierung voran zu bringen. "Es ist kein signifikantes Vermögen mehr da, das dem Unternehmen hätte helfen können."

Insolvenzverwalter Geiwitz setzt auf das Auslandsgeschäft, das bisher nicht zahlungsunfähig ist. Dort bestünden noch ordentliche Vermögenswerte, die Schlecker stützen könnten. Eine entschuldete Firma solle mit der Zustimmung der Gläubiger von den Schlecker-Kindern Meike und Lars fortgeführt werden. Das sei aus seiner Sicht grundsätzlich machbar, sagte Geiwitz.

(APA)

Mehr erfahren

ILLUSTRATION ZUR PK GPA � ARBEITSBEDINUNGEN IM HANDEL � -  SCHLECKER - LOGO
Österreich

Schlecker Österreich schweigt – Experten "sehr skeptisch"

Seit zehn Tagen gibt es von der Geschäftsführung keine Informationen. "Das Schweigen ist nicht positiv zu interpretieren", sagen Experten.

Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt
Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.