Schlecker Österreich schweigt – Experten "sehr skeptisch"

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ILLUSTRATION ZUR PK GPA � ARBEITSBEDINUNGEN IM HANDEL � - SCHLECKER - LOGO (c) APA (Roland Schlager)
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Seit zehn Tagen gibt es von der Geschäftsführung keine Informationen. "Das Schweigen ist nicht positiv zu interpretieren", sagen Experten.

Experten sehen die Zukunft der Österreich-Tochter der insolventen deutschen Drogeriekette Schlecker "sehr skeptisch". Schlecker-Österreich befinde sich nicht in einem Insolvenzverfahren, aber dass sie nicht betroffen seien, könne man nicht sagen, so ein Brancheninsider zur APA. Seit 10 Tagen gebe es von der Schlecker-Geschäftsführung in Österreich keine Informationen zur Situation hierzulande. "Das Schweigen ist nicht positiv zu interpretieren", sagten Branchen-Experten zur APA.

Wenn Schlecker-Österreich die IT-Kosten und die Kosten für den Einkauf, die derzeit von Schlecker Deutschland getragen werden, selber verbuchen müsste, könne das Unternehmen "nie und nimmer" schwarze Zahlen schreiben, so ein anderer Brancheninsider, der ungenannt bleiben möchte. Der Umsatz von Schlecker werde sich "unauffällig" auf die Mitbewerber dm und BIPA sowie den Lebensmittelhandel verteilen. Die Lebensmittelketten seien "in weiten Bereichen der stärkere Konkurrent für Schlecker gewesen als dm und BIPA".

Auslandsgeschäft zur Disposition

Schlecker-Finanzchef Sami Sagur hatte am Montag bei einer Pressekonferenz in der Konzernzentrale in Ehingen bei Ulm betont, dass um die Forderungen der Gläubiger zu bedienen, auch das Auslandsgeschäft des Familienunternehmens zur Disposition stünde. Die Auslandstöchter, darunter Schlecker Österreich, haben bisher noch keine Insolvenz angemeldet. In Österreich hat die Drogeriekette 970 Filialen mit 3.000 Mitarbeitern. Vergangene Woche hatte bereits die drittgrößte deutsche Drogeriekette Rossmann kein Interesse an Schlecker Filialen in Österreich gezeigt.

2010 erwirtschaftete die Drogeriekette in Österreich einen Jahresüberschuss von 8,7 Millionen Euro. Das Eigenkapital betrug 168 Millionen Euro. Die Forderungen von Schlecker-Österreich gegenüber verbunden Unternehmen beliefen sich aber auf 167 Millionen Euro. Es sei aus dem Jahresabschluss nicht ersichtlich gegenüber wem diese Forderungen bestehen, vielleicht gegenüber Schlecker-International. In einer Insolvenz könnte diese Position "zügig gegen Null schwinden", so ein Branchenexperte. Diesem standen Verbindlichkeiten in Höhe von 70 Millionen Euro gegenüber. Die Bilanzsumme betrug 2010 rund 260 Millionen Euro. Aktuellere Zahlen liegen nicht vor.

(APA)

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