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Kälte und Heizkörper: Die Haut in Nöten

Symbolbild
Kälte und Heizkörper: Die Haut in NötenBilderbox
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Die kalte Jahreszeit macht der Haut zu schaffen. Erwiesen ist, dass Vitamine, von innen und außen, also gegessen und geschmiert, der Haut sehr gut tun. Pflege ist jetzt also besonders wichtig.

Wenn die Außentemperaturen unter acht Grad sinken, produziert die Haut weniger Eigenfett, der schützende Lipidfilm wird dünner. Kommt dazu noch Wind, wirken Kälte und Trockenheit noch stärker. Mit roten Flecken, rauen Stellen, Juckreiz, Kälteekzem signalisiert die Haut ihren Notstand an Fett und Feuchtigkeit.

Die durchs Heizen besonders trockene Luft in Innenräumen führt zu weiteren Irritationen. „Jetzt ist sorgfältige Pflege besonders wichtig. Es geht dabei nicht nur um das äußere Erscheinungsbild, sondern auch um die Schutzbarriere der Haut gegenüber der Umwelt“, betont Jolanta Schmidt. Die emeritierte Professorin leitete an der Universitäts-Hautklinik in Wien über 20Jahre lang die Kosmetik- und Akneambulanz, die nach dem Ausscheiden von Schmidt nicht mehr weitergeführt wird.

Vitamin A gegen feine Falten

Der allgemeine Trend nach Schönheit brachte auch für die Pflege der Haut wissenschaftlich fundierte Neuerungen, „mit der Pflege kann man nicht früh genug beginnen“, erwähnt die Dermatologin. Eine Vielzahl von Pflegeprodukten steht heute zur Verfügung. Bei der Auswahl sollte man darauf achten, dass sie rückfettende und feuchtigkeitsspendende Substanzen enthalten. Dazu zählen Hyaluronsäure, Glycerine und Harnstoffe, die auch den Schutzmantel der Haut verstärken. Viele der neuen Produkte sind besonders wirksam, denn sie enthalten sogenannte Nanosome, winzig kleine Fettkügelchen, die aufbauende und feuchtigkeitsspendende Inhaltsstoffe binden und leichter in tiefere Schichten der Haut bringen.

Viele Studien belegen: Mit Vitaminen angereicherte Pflegemittel sind für den Aufbau der Hautzellen wichtig. Hoch dosiertes VitaminC hat sicher eine günstige Wirkung auf die Kollagensynthese und als Antioxidans. VitaminE wirkt topisch schützend vor UV-Strahlen, ist juckreizstillend und entzündungshemmend. Eine mit VitaminK angereicherte Creme wirkt gegen gerötete Wangen, indem sie die kleinen Äderchen rückbildet.

„Die große Gruppe der Retinoide, Derivate der Vitamin-A-Säure, fördert die Zellteilung, die Haut wird dicker, und so können auch feine Falten ausgeglichen werden. Für die Pflege der alternden Haut sind diese Präparate besonders geeignet“, weiß die Dermatologin. Da die Haut über verschiedene Retinoid-Rezeptoren verfügt, geht die Wirkung bis in die Zellen und ermöglicht dadurch auch eine Reparatur der oft durch UV-Bestrahlung geschädigten DNA. Als Ergänzung all dieser Produkte kann man sich aber auch eine „maßgeschneiderte“ Rezeptur vom Facharzt, entsprechend dem individuellen Hauttyp, verschreiben und vom Apotheker anrühren lassen.

Negativ: Massenhaft Nudeln

Auch die Ernährung spielt für die Haut eine wichtige Rolle. „Eine gesunde, vitalstoffreiche Ernährung, wie sie Obst und Gemüse bieten, enthält viele Antioxidantien und unterstützt die Haut bei der Abwehr von Radikalen. Fettreiche Speisen hingegen oder Teller voll Nudelgerichten können zu unreiner Haut und verstärkter Akne beitragen. Auch viel Alkohol und Rauchen hinterlässt Spuren auf der Haut, man spricht sogar vom sogenannten „Smokerface“: fahle, faltige, graue Haut.

Bei der Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für kosmetische Dermatologie und Altersforschung präsentierte Bernhard Ludvik, Professor an der Universitätsklinik für Innere Medizin der Medizinischen Universität Wien, interessante Ergebnisse einer Studie: Darin wird aufgezeigt, dass Menschen mit starkem Übergewicht und metabolischem Syndrom (Fettstoffwechselstörungen, Diabetes, Bluthochdruck) an bestimmten Hautkrankheiten leiden. Dazu zählen Knoten, Verdickungen und Verhornungen der Haut, Zellulitis, Anfälligkeit für Infektionen der Haut wie Pilze, Candida-Infektionen an Mund und Schleimhäuten, und vermehrte Entzündungsherde, vor allem bei Psoriasis-Kranken. Bei Frauen kann es zu männlichem Haarwuchs (Hirsutismus) kommen.

Ein gesunder Lebensstil und richtige Pflege können jedenfalls dazu beitragen, die Haut auch im Alter gesund zu erhalten.

Auf einen Blick

Kälte und trockene Heizungsluft sind Stress für die Haut. Jetzt ist Pflege besonders wichtig – es geht dabei auch um die Schutzbarriere der Haut gegenüber der Umwelt.

„Pflege von innen“ ist die richtige Ernährung: Obst und Gemüse tun der Haut und dem Aussehen gut, fettreiche Speisen, massenhaft Nudeln und Rauchen schaden ihr.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 31.01.2012)