Billig-Kredite: EZB will Geldschleusen wieder öffnen

EZB
EZB(c) AP (Michael Probst)
  • Drucken

Bereits im Dezember stellte die EZB Europas Banken 500 Milliarden Euro zur Verfügung. Diesmal könnten die Banken sogar über eine Billion beziehen.

Erst im Dezember 2011 hat die Europäische Zentralbank (EZB) die Notenpresse angeworfen und eine halbe Billion Euro in den Bankenmarkt geworfen (siehe: "EZB versorgt klamme Banken mit 500 Mrd. Euro"). Die größte Rettungsaktion in der EZB-Geschichte sollte Entspannung auf den Anleihenmärkten garantieren. Doch der Hunger der Banken nach Liquidität ist offenbar noch nicht gestillt. Beim nächsten Dreijahres-Tender der EZB Ende Februar könnten die Zentralbank die europäischen Bankhäuser mit bis zu einer Billion Euro überschütten.

Denn: Einige der größten Banken der Eurozone wollen sich bei dem zweiten Dreijahrestender der EZB offfenbar deutlich mehr Kredite beschaffen als noch im Dezember. Drei Institutschefs, die nicht namentlich genannt werden wollten, sagten der "Financial Times", sie wollten ihre Teilnahme am 29. Februar verdoppeln oder sogar verdreifachen. Nicht ohne Grund: Das Geld für drei Jahre ist zum günstigen Zinssatz von einem Prozent zu haben.

Warnung vor Spiel mit dem Feuer

2012 müssen Europas Banken 725 Milliarden Euro an Schulden zurückzahlen, 280 Milliarden davon im ersten Quartal. Die neue EZB-Geldspritze soll die Geldsorgen der Banken lindern, sodass diese wieder verstärkt in europäische Staatsanleihen investieren können. Die Zinslast, die auf den Staaten lastet, würde damit verringert werden. Doch bereits im Dezember warnten Experten die EZB vor dem Spiel mit dem Feuer.

Das Drucken von Geld birgt Gefahren. Neben dem Inflationsrisiko bricht die EZB ihre eigenen Regeln. Mit einem "Hütchenspiel" ((c) Pimco-Chef Gross) werden Banken mit Liquidität versorgt, um Staatsanleihen zu kaufen. Der EZB ist der direkte Kauf dieser Papiere verboten.

"Es könnte noch mehr werden"

Schon im Dezember war die Nachfrage der Banken mit einer halben Billion Euro weit höher gewesen als erwartet (rund 300 Milliarden Euro). Und auch im Februar könnte selbst die Billion Euro nicht die Höchstgrenze sein. "Es könnte sogar noch mehr werden, wenn sich die Lage auf den Märkten verschlechtern", sagt ein Bank-Manager laut "Financial Times". Die US-Bank Goldman Sachs rechnet beim zweiten Dreijahres-Tender ebenfalls mit einer Verdoppelung der Nachfrage.

(phu)

Lesen Sie mehr zu diesen Themen:


Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt
Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.