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Gewinn von Amazon bricht ein

(c) AP (Paul Sakuma)
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Der Expansionskurs kommt dem weltgrößten Onlinehändler teuer zu stehen: Für das erste Quartal steht ein Verlust im Raum. Die Aktie verliert über acht Prozent.

San francisco/Wien/Ag./Red. Der weltgrößte Internethändler Amazon.com hat das vergangene Jahr mit einem für die Anleger unerfreulichen Quartal beendet. Der Gewinn brach um 58 Prozent von 416 Mio. auf 177 Mio. Dollar ein, obwohl der Umsatz um 35 Prozent zulegte. Im ersten Quartal 2012 sei sogar ein Verlust von bis zu 200 Mio. Dollar möglich, teilte der Apple-Konkurrent mit. Die Anleger zeigten sich entsetzt: In Frankfurt notierte das Papier am Mittwoch mehr als acht Prozent niedriger.

Grund für diese Prognose ist der teure Wachstumskurs des Unternehmens. Derzeit investiert Amazon vor allem in Abwicklungszentren für den Onlinehandel, Inhalte für Videoangebote und Technologie für das Wachstumsfeld Cloud Computing. Extrem wichtig ist für das Unternehmen auch der Tablet-Computer Kindle Fire, dessen Vorstellung im vergangenen September für viel Furore sorgte. Es wird vermutet, dass Amazon beim Verkauf des Geräts leichte Verluste akzeptiert, um dann mit Inhalten wie Büchern und Spielen zu verdienen.

 

Unternehmen verteidigt Strategie

Der Deutschland-Chef von Amazon, Ralf Kleber, verteidigte den Wachstumskurs. „Wir sind felsenfest davon überzeugt, dass sich unser Weg auszahlt“, sagte er. „Content, Cloud und Vertrieb sind Bereiche, in die es sich lohnt zu investieren.“ Erste Erkenntnisse zum Ausgabeverhalten von Kindle-Fire-Kunden seien zudem „sehr ermutigend“, sagte Amazon-Finanzchef Tom Szkutak.

Der Absatz der gesamten Kindle-Familie, zu der auch das seit Jahren erfolgreiche Lesegerät gehört, legte in den neun Wochen vor Jahresende im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 177 Prozent zu. Doch auch das konnte Analysten und Anleger nicht versöhnlich stimmen. Im Gesamtjahr 2011 sank der Gewinn von Amazon um 45Prozent auf 631Mio.Dollar. Das ergibt einen Gewinn von 1,37 Dollar je Aktie, nach 2,53 Dollar im Vorjahr. Auch die Umsatzerwartungen an das laufende Quartal von bis zu 13,4 Mrd. Dollar enttäuschten die Experten.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.02.2012)