Dieses dänische Elektrorock-Duo sorgt auch ohne Alben mit heftigen Konzerten und Körpereinsatz für Wirbel.
Sie haben eine ausgedehnte China-Tour hinter sich, aber bislang noch keinen einzigen Song veröffentlicht: Die Reputation der Dänen Reptile Youth als einer der spannendsten neuen Acts aus Europas Norden beruht ausschließlich auf ihren wahnwitzigen Konzerten. Und den Videos, die davon im Netz kursieren. Optisch wie musikalisch erinnern Esben Valløe und Mads Damsgaard Kristiansen an die Franzosen Justice, bevor diese den Softrock für sich entdeckten: Lederjacke, Jeans, Schnauzbart, gepflegt verwahrloste Haarpracht und eine betont körperliche Musik, die Techno mit der Kraft von Rock kurzschließt. Körperlich sind auch ihre Auftritte: Sänger Kristiansen ist eine Rampensau, eine Art Iggy Pop der Generation Elektrorock. Letzten Herbst sah man ihn beim Österreich-Debut in der Fluc-Wanne „I want to be Jesus“ schreien. Das Publikum, in das er sich immer wieder stürzt, ist begeistert. Wie Reptile Youth ihren Vorschlaghammer-Elektro und die bisweilen berauschende Live-Energie auf Tonträger transferieren, wird sich im Sommer zeigen, wenn das Debütalbum erscheinen soll. Zuvor ist das Duo mit den dänischen Kollegen Darkness Falls und Il Tempo Gigante in Wien zu erleben.
Spot on Denmark, WUK, 3. 2., 21 Uhr