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Korruptionsvorwurf: Spannungen im Vatikan

Korruptionsvorwurf Spannungen Vatikan
Symbolbild: Vatikan(c) AP (PIER PAOLO CITO)
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Erzbischof Carlo Maria Vigano wirft dem Vatikan Misswirtschaft und Freunderlwirtschaft vor. Das Governatorat weist die Vorwürfe zurück.

Vorwürfe der Misswirtschaft und der Korruption in der Verwaltung des Vatikan sorgen derzeit für Spannungen in der römischen Kurie. Das vatikanische Governatorat hat in einem Schreiben Vorwürfe der Korruption und Freunderlwirtschaft zurückgewiesen, die von seinem ehemaligen Generalsekretär, Erzbischof Carlo Maria Vigano, erhoben wurden. Als stellvertretender Verwaltungschef des Governatorats, der Staatsverwaltung des Vatikanstaates, war Vigano zwischen 2009 und Herbst 2011 im Amt.

In zwei Briefen an Papst Benedikt XVI. hatte der Erzbischof im März und Mai 2011 von "Korruption und Machtmissbrauch in der Verwaltung vieler Abteilungen" gesprochen. Außerdem berichtet Vigano dem Papst, dass der Vatikan große Summen einem Superkomitee von Bankern anvertraut habe, die damit eigene Interessen verfolgten. Seine Briefe an das Kirchenoberhaupt kosteten dem Erzbischof die Stelle, berichtete die römische Tageszeitung "La Repubblica" (Sonntag-Ausgabe). Der Erzbischof wurde im vergangenen Herbst nach Washington versetzt, wo er jetzt als Nuntius tätig ist. Vigano klagte, dass seine Versetzung mit seinen Vorwürfen zusammenhänge.

Über Viganos Briefe an den Papst berichtete kürzlich der italienische Privatsenders "La7" in einer Reportage, die hohe Wellen schlug. In einem Kommunique vom Samstag wies das Governatorat die Vorwürfe der Misswirtschaft und der Korruption zurück. Die Leitung der vatikanischen Staatsverwaltung verwarf die Veröffentlichung von Viganos Briefe an den Papst. Sie würden in der Öffentlichkeit den Eindruck wecken, dass das Governatorat kein verantwortungsbewusstes Verwaltungsorgan, sondern eine unzuverlässiges Amt "im Griff obskurer Kräfte" sei, hieß es im Schreiben. Die aufgestellten Behauptungen beruhten auf "falschen Einschätzungen und unbegründeten Ängsten", wie eine gründlicher Überprüfung gezeigt habe, verlautete aus dem Governatorat.

"Kontrollmechanismen gegen Geldwäsche"

"Im Finanzbereich bemüht sich der Heilige Stuhl nach Kräften, um seine Einrichtungen in die internationalen Kontrollmechanismen gegen Geldwäsche, Organisierte Kriminalität und Terrorismus einzugliedern. Nach wie vor gibt es ungerechtfertigte Anschuldigungen gegen vatikanische Finanzinstitutionen, besonders gegen die Vatikanbank IOR", sagte Vatikan-Sprecher, Federico Lombardi, laut Radio Vatikan. "Eine Reihe neuer Normen wird die Aktivitäten im Dienst an der Kirche immer effizienter auf Transparenz und Sicherheit ausrichten. Der Weg ist lang und schwierig, aber die Route ist klar und der Wille entschieden. Dem Zeugnis für das Evangelium kann das nur dienen."

(APA)