Im Vorjahr legte der Silberpreis zwischen Jänner und April um fast 80 Prozent zu, um danach bis Dezember um 44 Prozent zurückzugehen. Einige nennen Silber "Gold mit Hebel": Gewinne und Verluste werden vervielfacht.
Eine Feinunze Silber kostete am Freitagabend 33,64 Dollar (25,5 Euro). Für die gleiche Menge Gold musste man 1722,45 Dollar hinlegen. Damit war für Gold 51-mal so viel zu zahlen wie für Silber. Das sei ungewöhnlich viel, meint Commerzbank-Analyst Carsten Fritsch. Er glaubt daher, dass Silber aufholen wird. Das erkenne man auch bereits an der starken Nachfrage nach Silbermünzen in den USA. Das Verhältnis zwischen Silber- und Goldpreis war schon deutlich geringer und dürfte sich nicht lange über 50 halten.
Auch die von Bloomberg befragten Analysten erwarteten zu Jahresbeginn für das silberne Edelmetall einen Preisanstieg von 44 Prozent im heurigen Jahr und damit den stärksten Anstieg unter allen Rohstoffen. Seit Jahresbeginn hat sich Silber um 20 Prozent verteuert, diesen Analysen zufolge hat es noch Potenzial nach oben.
Silber wird jedoch häufiger als Gold auch in der Industrie eingesetzt. Damit ist der Preis stärker von der Konjunktur abhängig als der Goldpreis. Er schwankt auch stärker, wie der Chart zeigt: Im Vorjahr verzeichnete er größere Ausschläge nach unten als der Goldpreis, heuer konnte er bis dato doppelt so starke Zugewinne verzeichnen.
Einige nennen Silber daher „Gold mit Hebel“: Gewinne und Verluste werden vervielfacht. Das sollte man freilich auch berücksichtigen, wenn man mit Zertifikaten oder Optionsscheinen am Silberboom mitnaschen will: Setzt man den Hebel zu groß an, und geht es zu steil in die falsche Richtung, erleidet man einen Totalverlust. Im Vorjahr legte der Silberpreis zwischen Jänner und April um fast 80 Prozent zu, um danach bis Dezember um 44 Prozent zurückzugehen.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.02.2012)