Korruptionsverdacht: AKH-Chef unter Beschuss

(c) EPA (Guenter R. Artinger)

Derzeit prüft die Korruptionsstaatsanwaltschaft die umstrittene Auftragsvergabe an einen Reinigungsdienst. Die Opposition fordert nach umstrittenen Aussagen Krepler-Ablöse. Der wehrt sich.

Wien/Stu. Derzeit prüft die Korruptionsstaatsanwaltschaft die umstrittene Auftragsvergabe an einen Reinigungsdienst, der bereits vor Ausschreibungsbeginn als Sieger eines Auftrags im AKH festgestanden sein soll. Auftragswert: 50 Millionen Euro. Am Mittwoch bekamen diese Vorfälle eine politische Komponente. David Lasar (FP) und Ingrid Korosec (VP) forderten den sofortigen Rücktritt von AKH-Chef Reinhard Krepler.

Dieser soll in abgehörten Telefonaten im Zusammenhang mit der mutmaßlichen Korruptionsaffäre erklärt haben: „Wir ruinieren lieber das AKH als uns selbst.“ Falls Krepler sich weigere, müsse Bürgermeister Michael Häupl handeln, so Lasar und Korosec.

Im Gespräch mit der „Presse“ wehrt sich Krepler. Die Aussagen habe er zwar in den abgehörten Telefonaten getätigt, sie seien aber „völlig aus dem Zusammenhang gerissen“. Krepler: „Ich kann jedes dieser Zitate aufklären.“ Denn so, wie diese Zitate medial verknappt dargestellt würden, ergäben sie ein völlig falsches Bild. Das erkenne jeder, dem die Abhörprotokolle vorliegen würden. Er werde daher auch nicht zurücktreten, da er sich korrekt verhalten haben, erklärt der AKH-Chef.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.02.2012)