Industrie: Rumänien im Visier von Europas größtem Müller

LLI will mit drei oder vier Mühlen 15 bis 20 Prozent des Marktes erobern.

Kyjov (sr). Die Beteiligungsholding Leipnik Lundenburger Invest (LLI) plant den baldigen Markteintritt in Rumänien. "Wir sind in engem Kontakt zum rumänischen Mühlenverband", sagt LLI-Chef Erwin Hameseder. Ziel sei es, wie in allen Märkten, die Marktführerschaft zu erobern. Gelingen soll dies mit der Übernahme von drei oder vier Mühlen. "Damit wollen wir 15 bis 20 Prozent Marktanteil", sagt Hameseder.

Derzeit gibt es in Rumänien zwischen 3000 und 5000 Mühlen. Diese hätten ein enormes Effizienzproblem, sodass die Marktführerschaft mit vier Standorten problemlos möglich sei. Ein Problem für die LLI könnte es allerdings doch geben: Alle potenziellen Übernahmekandidaten besitzen auch Bäckereien. "Die wollen wir aber sicher nicht mitkaufen. Von diesem Geschäft verstehen wir nichts", sagt Hameseder. Deshalb stehe noch nicht genau fest, wie lange die Verhandlungen dauern werden.

In Tschechien verhandelte man drei Jahre lang, ehe 2005 die Mühlengruppe Unimills gekauft wurde. Mit vier Standorten hält Unimills einen Marktanteil von rund 25 Prozent. "Auch dort mussten wir erst die Bäckereien abspalten", erklärt Hameseder. So lange solle es in Rumänien aber keinesfalls dauern.

Die LLI betreibt außer 27 Mühlen rund 30.000 Kaffeeautomaten, beschäftigt 1740 Mitarbeiter und erzielt einen Jahresumsatz von 670 Mio. Euro. Sie steht im Eigentum der Raiffeisen Holding und ist mit einem Volumen von 2,6 Mio. Tonnen der größte Rohstoff-Einkäufer Europas. Das Unternehmen hält Minderheitsbeteiligungen an den Casinos Austria und der Agrana.

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