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Sterngucker: Ein "Schaufenster"-Horoskop

Von Zwangsyoga, Innenstadtbüros und Kindereditionen: Auch in den nächsten Jahren geht es rund im „Schaufenster“, sagt das Horoskop.

Wenn sogar Horoskope für Tiere und Taschen gemacht werden, warum dann nicht auch für ein Magazin, haben wir uns gefragt, und prompt die Daten auf www.astro.com eingegeben. Und siehe da: Mit dem Geburtstag am 18. Februar 1977 ist das „Schaufenster“ ein Grenzgänger. Gerade noch Wassermann, eigentlich fast schon Fisch. Dazwischen liegen 14 Stunden und 31 Minuten. Wir bringen Auszüge aus den Vorhersagen. Plus den Versuch einer Interpretation.

„Das Leben verläuft reibungslos. Was Sie anfassen, gelingt. Ohne besondere Anstrengungen machen Sie Fortschritte und erledigen eine Menge.“
Das fängt ja gut an. Zumindest, was das Wort „reibungslos“ betrifft, ist es eine glatte Lüge. Aber wir wollen Sie nicht mit organisatorischen Details langweilen. Was stimmt: Wir schaffen eine Menge, diesmal sogar 92 Seiten. Und wir wollen das Heft nicht nur befüllen, sondern sortieren sorgfältig Tipps, Trends und Entwicklungen für Sie. Wenn das Horoskop meint, das gelingt uns gut, umso besser. Spätestens wenn das Heft erscheint, ist ja alle Anstrengung vergessen und wir glauben selbst, dass alles reibungslos verlaufen ist.

„Die Zeit kann in Ihnen das Bedürfnis nach einer Umwandlung oder Verbesserung erwecken.“
Huch? Wir wollen ja nicht eitel sein, aber eigentlich sind wir ganz zufrieden mit uns. Schließlich haben wir es in den vergangenen 35 Jahren geschafft, konsequent an uns zu arbeiten. Wir bemühen uns ziemlich um unsere äußere und innere Fitness. Wir haben kleinere Liftings hinter uns, Entschlackungskuren aber auch Zeiten, in denen wir ordentlich zugelegt haben. Man könnte also sagen, im Grunde verstehen wir unter dem Bedürfnis nach Umwandlung und Verbesserung unseren Wunsch, der Zeit immer einen Sprung voraus zu sein.

„Wenn Sie die Gelegenheit haben, Ihr Wissen zu erweitern, ergreifen Sie sie und rüsten sich damit für spätere Stresssituationen.“
Diesen Aspekt können wir nicht ignorieren. Immerhin geht es hier langfristig um unsere Gesundheit. Vielleicht müssen wir mit unseren 35 einmal zur Vorsorgeuntersuchung. Vermutlich reicht aber auch ein entspanntes Wellnesswochenende. Oder wir nehmen endlich am Gruppenyoga oder dem Shiatsu teil, das schon seit Langem im Haus angeboten wird (ja wirklich, in einem Besprechungsraum. Nein, nicht während der Arbeitszeit). Vielleicht sollten wir auch einfach einen Zeitmanagementkurs buchen. Die Kollegen aus der Karriere-redaktion haben da sicher einen heißen Tipp parat.

„Sie erhalten mehr Freiheit oder neue Möglichkeiten, etwas zu tun, wozu Sie bisher keine Gelegenheit hatten.“
Oh, das klingt nach Personalaufstockung. Nach fetten Reisebudgets. Nach einem eigenen Innenstadtbüro (am liebsten ein Gassenlokal mit Sternparkett und angeschlossener Galerie, wo wir unsere Fotoproduktionen herzeigen können). Vor lauter Aufregung mussten wir gleich den Süßigkeitentisch plündern. 

„Bewusst oder unbewusst strecken Sie Ihre Hände aus und fordern mehr von der Welt, als Sie bisher bekommen haben.“
Oje, wir wurden ertappt. Haben die Sterne uns bei der Suche nach neuen Zielgruppen belauscht? Wir überlegen nämlich schon länger, uns mit einem „Schaufenster“-Girl und -Boy den eigenen Nachwuchs im Schulhof zu züchten. Gefolgt vom Disco-„Schaufenster“, einer indischen und einer chinesischen Ausgabe. Schließlich wollen wir dort sein, wo auch die Luxuskonzerne die neuen Märkte orten. Wann es so weit ist? Das steht nun wirklich noch in den Sternen.