Der Präsident habe die Statur eines Nordkoreaners und die Gesinnung eines KP-Funktionärs.
[Ried] 1800 Teilnehmer, 1600 Liter Bier, 1500 Portionen Heringkäse und knapp drei Stunden politische Kampfansagen und Verbalattacken: Das sind die Eckdaten des Politischen Aschermittwochs der FPÖ in Ried. Schon lange bevor Heinz-Christian Strache von seinen Anhängern unter HC-Rufen beklatscht den Saal der Jahnturnhalle betritt, ist die Luft zum Schneiden. Zigaretten, Bier, Trachtenjanker und blauer Schal gehören zu den Accessoires des vorwiegend männlichen Publikums des Abends.
Im freiheitlichen Quasi-Bierzelt im Innviertel begann Strache mit einer Medienschelte. Unter Beifall des Publikums wetterte er wieder einmal gegen „linke Journalisten“, die einem das Wort im Munde verdrehten: „Je besser unsere Umfragewerte sind, desto aggressiver werden unsere Gegner.“ Dass Bundespräsident Heinz Fischer sich geweigert habe, ihm einen Orden zu verleihen, störe ihn nicht. „Der größte und schönste Orden ist das Vertrauen der Menschen bei Wahlen“, argumentierte der FP-Chef. Und setzte nach: Der Bundespräsident habe die Statur eines Nordkoreaners und die Gesinnung eines KP-Funktionärs.
In seiner Ansprache beim Politischen Aschermittwoch der FPÖ in Ried im Innkreis holte FP-Chef Heinz-Christian Strache zu einem Rundumschlag aus - auch gegen Heinz Fischer. "Unser Herr Bundespräsident hat offenbar nicht nur die Statur eines Nordkoreaners, sondern auch die Gesinnung eines KP-Funktionärs." (c) Dapd (Rudolf Brandstaetter)
"Als Reformator wird er nicht in die Geschichte eingehen, höchstens als Inserator." Über Bundeskanzler Faymann. "Wenn man im Bundeskanzleramt anruft und als Klappe die Null wählt, kommt man direkt zu ihm." (c) APA/RUBRA (RUBRA)
"Jeder da herinnen würde ein besserer Minister und Staatssekretär sein." - Zu den 2.000 Besuchern des Politischen Aschermittwochs. (c) APA/RUBRA (RUBRA)
"Der Spindelegger muss aufpassen, dass er beim nächsten Sauschädel-Essen vom Raiffeisen-Generalanwalt Konrad nicht selber der Hauptgang ist." (c) Dapd (Rudolf Brandstaetter)
Über den niederösterreichischen LH Erwin Pröll:"Er ist so etwas wie die Domina der ÖVP." (c) APA/HERBERT PFARRHOFER (HERBERT PFARRHOFER)
"Die Grünen würden heute am liebsten jedem Touristen die Staatsbürgerschaft verleihen und jedem Kriminaltouristen die Ehrenbürgerschaft." (c) Dapd (Rudolf Brandstaetter)
"Die ist so was wie das grüne Rapunzel für den Häupl." - Über die Wiener Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou, an deren Haaren sich Bürgermeister Michael Häupl, "der mit einer permanenten Dauerwelle unterwegs ist - und ich meine nicht seine Frisur", hochgezogen habe. (c) Dapd (Hans Punz)
"Früher hat man Blindgänger beim Bundesheer ausgemustert. Dank Werner Faymann wird ein Blindgänger sogar Verteidigungsminister." Über "Wehrdienstverweigerer" Norbert Darabos. (c) Dapd (Rudolf Brandstaetter)
"Heute hat die Bundesregierung das Triple-U: Unfähigkeit, Unfairheit und Unseriosität." (c) APA/RUBRA (RUBRA)
"Wie viele Opfer muss es erst geben, dass man in diesem Land aufwacht und der Demokratiegefährdung entgegenhält." - Strache über die "gewalttätigen linken Proteste" gegen den Ball des Wiener Korporationsrings. (c) AP (Ronald Zak)
Straches Vorschlag für die Bundeshymne."Heimat großer Töchter, Söhne, extremer Steuern, kleiner Löhne." (c) APA/RUBRA (RUBRA)
"Zuerst hat man Schwierigkeiten bei der Einführung gehabt, dann kommt er dreimal und kaum ist er gekommen, ist es mit der Stabilität vorbei", empfahl er dem Euro einen Sexualtherapeuten. (c) APA/RUBRA (RUBRA)
"Für unsere Bundesregierung ist das ganze Jahr über Fasching. Der Faymann ist der Faschingsprinz, der Spindelegger die Faschingsprinzessin, die restlichen Hofnarren der Bundesregierung sind das ganze Jahr über kostümiert." (c) Dapd (Ronald Zak)
"Das ist kein Sparpaket, sondern ein Faschingskrapfen, den man mit Abfall gefüllt hat." (c) APA/RUBRA (RUBRA)
"Man hat fast den Eindruck, da sitzt irgend ein Volksgenosse Richter." - Über ZIB2-Interviewer Armin Wolf. (c) APA/GEORG HOCHMUTH (GEORG HOCHMUTH)
'Die Domina der ÖVP'
Regierung voller „Hofnarren“
Die Regierung bezeichnete er als Ansammlung von „Hofnarren“, die das ganze Jahr das Faschingskostüm nicht ausziehen. Das Sparpaket sei in Wahrheit ein Belastungspaket, wetterte er weiter. „Das Qualitätsmerkmal der Regierung ist ein Triple U: unfähig, unfair und unseriös“, erklärte Strache, der erneut die Änderung der Gruppenbesteuerung oder das Durchforsten von Subventionen forderte.
Auch vor dem Sparpaket der Regierung machte der FP-Obmann nicht halt: Dieses sei „ein Faschingskrapfen, den man mit Abfall gefüllt hat."
In Summe gab sich Strache siegesgewiss und listete gleich eine ganze Reihe von Vorhaben auf, die er umsetzen werde, wenn er erst Bundeskanzler sei: So wolle er die direkte Demokratie stärken, die EU-Mitgliedsbeiträge in Frage stellen und aus dem Kyoto-Protokoll aussteigen. „Unser Ziel muss es sein, bei kommenden Wahlen 30 Prozent zu erhalten, am besten eine Verfassungs-Sperrminorität von 33 Prozent. Dann kann uns niemand mehr ausgrenzen“, meinte Strache.
Am politischen Aschermittwoch badet die CSU in Eigenlob. Für Häme sorgt die Opposition. Die Grenze zwischen krachlederner Rhetorik und Unterschichtfernsehen ist hiermit auch für heuer gänzlich aufgehoben.
Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl kritisierte die "masochistische Lust am Wegschauen". Zur FPÖ-Veranstaltung in Ried werden am Abend 2000 Besucher erwartet.
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