Hypo klagt Kärnten und Grazer Wechselseitige

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Laut „Presse“-Informationen wird die Staatsbank Anfang März ihre früheren Eigentümer klagen. Die früheren Hypo-Eigentümer sollen die Bilanz geschönt haben. Konkret verlangt das Institut in Summe 62 Mio. Euro.

Wien/Klagenfurt. Die Hypo Alpe Adria hat bei der Aufarbeitung der Vergangenheit ein wichtiges Kapitel abgeschlossen: Laut „Presse“-Informationen wird die Staatsbank Anfang März ihre früheren Eigentümer klagen. Konkret verlangt das Institut von der Kärntner Landesholding, der Bank Burgenland (einer Tochter der Grazer Wechselseitigen-Versicherung), der Hypo-Mitarbeiterstiftung und der Berlin & Co Capital in Summe 62 Millionen Euro. Dies ist eine der größten Klagen im Zusammenhang mit dem Hypo-Skandal. Die Ermittlertruppe „CSI Hypo“ trug ein Jahr lang die Beweise dafür zusammen.

Zweifel bei Consultants-Verkauf

Die früheren Eigentümer werden beschuldigt, die Hypo-Bilanz 2007 geschönt zu haben. Daher sollen sie eine für dieses Jahr bezogene Sonderdividende in der Höhe von 50 Millionen Euro zurückzahlen. Inklusive Zinsen ergibt sich ein Betrag von 62 Millionen Euro.

Nach Ansicht der Hypo-Juristen hätte das Institut 2007 eigentlich einen Verlust ausweisen müssen. Um trotzdem auf ein positives Geschäftsergebnis zu kommen, sollen nicht nur Rücklagen aufgelöst, sondern auch zweifelhafte Beteiligungsverkäufe getätigt worden sein. Vor allem der Verkauf der Tochter „Hypo Consultants“ wurde von der „CSI Hypo“ unter die Lupe genommen. Verantwortlich für diese Transaktion war der damalige Hypo-Chef Siegfried Grigg, der jetzt als Vize-Generaldirektor der Grazer Wechselseitigen-Versicherung arbeitet.

Der „Presse“ liegt ein Dokument vor, wonach auch die Staatsanwaltschaft Klagenfurt gegen Grigg wegen des Verdachts der Bilanzfälschung ermittelt. Grigg und die früheren Hypo-Eigentümer bestreiten alle Anschuldigungen. Es gilt die Unschuldsvermutung. Die im Finanzministerium ansässige Finanzprokuratur hat dem Vernehmen nach grünes Licht für die Millionenklage gegeben. Die Kärntner Landesholding will sich dagegen mit allen Mitteln wehren.

Erst Mitte Jänner war der Kärntner ÖVP-Chef Josef Martinz als Aufsichtsratspräsident der Holding zurückgetreten, weil ihm in der sogenannten „Birnbacher“-Affäre eine Anklage droht.

Der Villacher Steuerberater Birnbacher soll für den Verkauf der Hypo an die Bayerische Landesbank ein überhöhtes Honorar bezogen haben. Er erhielt den Auftrag von Martinz und dem inzwischen verstorbenen Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider. Der Kärntner ÖVP-Obmann weist alle Vorwürfe zurück.