Insiderhandel: Goldman im Visier des FBI

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Die Behörden ermitteln bereits gegen zwei Direktoren des New Yorker Investmenthauses. Im Zentrum des Skandals steht der zu elf Jahren Haft verurteilte Hedgefonds-Manager Raj Rajaratnam.

Wien/Stef. Goldman Sachs könnte tiefer als bisher angenommen in einen gigantischen Skandal an der Wall Street involviert sein: Die Bundesbehörde ermittelt laut US-Medien nun auch gegen David Loeb, einen in New York ansässigen Direktor des angesehenen Investmenthauses. Bereits seit Längerem im Visier der Behörden steht der mittlerweile abgetretene Direktor Rajat Gupta.

Beiden wird vorgeworfen, Teil eines des größten Insiderrings in der Geschichte der Wall Street zu sein. Insgesamt sollen mehr als 120 Personen involviert sein. Das FBI ist gerade dabei, die Anklagen vorzubereiten. Gupta wird voraussichtlich im Mai vor Gericht müssen. Ob auch Loeb der Prozess gemacht wird, steht noch nicht fest.

Wer „fütterte“ Rajaratnam?

Im Zentrum des Skandals steht der zu elf Jahren Haft verurteilte Hedgefonds-Manager Raj Rajaratnam. Jahrelang war der einflussreiche Anleger mit geheimen Informationen aus der Branche gefüttert worden. Das half ihm, Kundengelder, aber auch sein eigenes Vermögen zu vermehren. Lange galt Rajaratnam deshalb als angesehener Geschäftsmann – bis der Betrug aufflog. Nach der Verhaftung stießen die Ermittler auf immer mehr mögliche Informanten des Händlers. Einer von ihnen könnte nun auch der Goldman-Manager Loeb gewesen sein.

Loeb beriet als „Managing Direktor“ bei Goldman Sachs vor allem große Technologiefirmen. Grundsätzlich ist es Beratern streng verboten, dabei für den Aktienkurs relevante Informationen weiterzugeben. Das FBI vermutet, dass sich Loeb nicht daran gehalten hat und Hedgefonds Insidertipps „gesteckt“ zu haben.

Loeb hat sich bislang nicht zu den Beschuldigungen geäußert. Gupta weist die Beschuldigungen zurück. Für beide gilt die Unschuldsvermutung. Goldman Sachs hat angekündigt, bei der Aufklärung der Fälle mit den Behörden kooperieren zu wollen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.03.2012)

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