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Cameron an Assad: "Tag der Abrechnung kommt"

EU-Gipfel - Cameron: Mit
David Cameron(c) AP (Geert Vanden Wijngaert)
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Der britische Premier warnt das "kriminelle Regime" in Syrien. Die EU will "alles tun, um die Zivilbevölkerung zu schützen". US-Präsident Barack Obama sprach davon, dass die Tage von Staatschef Assad "gezählt" seien.

Mit scharfen Worten hat der britische Premier David Cameron weitere Schritte gegen Syrien verlangt. Die Lage in Syrien sei "absolut entsetzlich", betonte Cameron. Es sei notwendig, "das kriminelle Regime zur Verantwortung zu ziehen. Eines Tages wird es einen Tag der Abrechnung geben", sagte er. Auch US-Präsident Barack Obama sah keine Zukunft für den syrischen Staatschef. Assads "Tage sind gezählt", sagte er in einem am Freitag veröffentlichten Interview mit dem US-Monatsmagazin "The Atlantic".

EU-Ratspräsident Herman van Rompuy sagte nach dem EU-Gipfel, die EU sei "entschlossen, darauf zu achten, dass die Zuständigen für die Grausamkeiten zur Rechenschaft gezogen werden". Die EU werde auch versuchen, "kriminelle Tätigkeiten" und Grausamkeiten in Syrien zu dokumentieren.

"Wir sind empört und entsetzt über die Gräuel, die dort begangen werden", so Van Rompuy. Zugleich betonte der EU-Ratspräsident, das Gewicht der europäischen Außenpolitik dürfe nicht unterschätzt werden. Die EU und die Arabische Liga hätten versucht, im UNO-Sicherheitsrat eine Resolution zu Syrien durchzubringen. Aber Russland und China hätten dieser nicht zugestimmt. "Man muss Verantwortlichkeiten dort sehen, wo sie auch sind." Die EU werde alles tun, um die Gewalt in Syrien zu stoppen und die Zivilbevölkerung zu schützen - "ohne eine Militärintervention".

Die Syrische Armee hatte am Donnerstag das seit Wochen belagerte Viertel Baba Amro in der Stadt Homs erstürmt. Die Oppositionskräfte mussten sich zurückziehen.

Opposition berichtet von Massenfestnahmen

Am Freitag soll der syrische Geheimdienst in Homs eine große Anzahl Zivilisten festgenommen haben. Das meldete der Nachrichtensender Al-Arabiya unter Berufung auf Aktivisten. Den Angaben zufolge kamen die Angehörigen der "Sicherheitsbehörde" zusammen mit Soldaten der regulären Armee in das Viertel Baba Amro.

Alle Anführer des Aufstandes in der Widerstandshochburg konnten sich nach Angaben der Opposition vor dem Eindringen der Armee in Sicherheit bringen. In den Foren der Oppositionellen hieß es, Bürgerjournalisten, das medizinische Personal der Behelfsklinik des Viertels und die Deserteure hätten rechtzeitig fliehen können. Unter ihnen sei auch Oberstleutnant Abdul Rasak Tlass, der Kommandant einer Brigade von Deserteuren.

Rotes Kreuz in Homs angekommen

Mittlerweile ist ein Konvoi des Roten Kreuzes in Homs angekommen. Er soll Nahrung, Medikamente, Milch für Babys und Decken nach Baba Amro bringen. Der Stadtteil war von der Armee einen Monat belagert worden. Am Donnerstag zogen sich die Rebellen "aus taktischen Gründen" zurück. Hilfsorganisationen befürchten, dass viele Verletzte in Baba Amro seien, die besonders unter der schlechten Versorgung litten.

(Ag./Red.)