"Fakt ist, die Menschen wollen mehr Starbucks"

(c) Die Presse (Harald Hofmeister)

Starbucks tut sich in Österreich schwer. Zehn Jahre nach dem Start in Österreich hält die Kaffeehauskette bei zwölf Filialen - elf davon in Wien.

Während Starbucks in den USA nicht mehr aus dem Straßenbild wegzudenken ist, sucht man die amerikanische Kaffeehauskette in Österreich mit Ausnahme von Wien vergeblich. 2001 eröffnete hierzulande der erste Standort, mittlerweile gibt es elf in der Bundeshauptstadt und einen in Schwechat, obwohl die Expansionspläne anfangs groß waren.

"Wir haben etwas wirklich Neues auf den traditionellen österreichischen Kaffeemarkt gebracht. Heute ist das total anerkannt", sagte Frank Wubben, Managing Director von Starbucks in Österreich.

Wann startet Starbucks in den Bundesländern?

"Fakt ist, die Menschen wollen mehr Starbucks." Ständig gäbe es Anfragen, wann denn der erste Standort in Graz, Linz oder Salzburg aufmache, erzählte der Manager. Wann, lässt Wubben offen. Das Potenzial sei praktisch unbegrenzt, vor allem in Wien, meinte er. Auf eine Zahl will sich Wubben nicht festnageln lassen, es gehe nicht um die Anzahl der Stores. "Die Menschen kommen nicht nur wegen des Kaffees zu uns, sondern auch, um mit anderen Menschen zusammenzukommen", meinte Michelle Gass, Chefin über 32 Länder in Europa, Nahost und Afrika (EMEA) mit in Summe 1725 Niederlassungen. Gass spricht von Vernetzung und einem persönlichen Erlebnis, das die Kette schaffen wolle.

Verglichen mit Konkurrenten wie McCafe, Tchibo/Eduscho oder der Coffeeshop-Company ist Starbucks aber teuer. Ändern will man daran nichts: "Unsere Gäste würdigen unseren Erfahrungswert", so Gass. Zumindest vorerst bleiben die Preise wie sie sind. "Wir planen derzeit keine Preiserhöhung", verspricht Wubben. Nach Rekordpreisen für Rohkaffee im Vorjahr hat sich die Lage am Rohstoffmarkt wieder etwas stabilisiert. Derzeit wird ein Pfund Kaffee um knapp über zwei US-Dollar (1,50 Euro) gehandelt, im Vorjahr waren es über drei Dollar/Pfund.

Weltweite Krise 2008 überstanden

Angst vor einem krisenbedingten Konsumeinbruch hat man Starbucks nicht. "Ich habe extrem viel Vertrauen in die Zukunft", ist Wubben ganz Optimist. Im vergangenen Jahr sei Starbucks in Österreich (175 Mitarbeiter) "gleich oder besser" als 2010 gewesen, während der Kaffeemarkt insgesamt zurückging. Laut Firmencompass erzielte die Kette im Jahr 2010 bei einem Umsatz von rund zwölf Millionen Euro einen Jahresüberschuss von rund 479.000 Euro (nach minus 891.000 Euro). Allerdings betrug der Bilanzverlust zu diesem Zeitpunkt bereits 10 Millionen Euro. Aktuelle Zahlen nennt Wubben mit Verweis auf die Börsennotiz in den USA nicht.

Die letzte Krise 2008 hatte bei Starbucks Gewinneinbrüche, hunderte Standortschließungen und tausende Stellenschließungen zur Folge. Auch in Österreich machten zwei Restaurants dicht. Diese Zeiten sind vorbei, Ende Jänner präsentierte die Kaffeehauskette blendende Zahlen für das erste Geschäftsquartal 2011/2012. Der Gesamtumsatz stieg um 16 Prozent auf 3,4 Milliarden Dollar (2,55 Mrd. Euro). Der Gewinn legte um zehn Prozent auf 382 Millionen Dollar zu. In den kommenden Monaten sollen hunderte neue Läden aufmachen.