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Amok-Übung: "Professionalisierung ist notwendig"

Archivbild: Polizeiübung
Archivbild: Polizeiübung(c) Fabry Clemens
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Bei einer Amok-Übung in einem Klagenfurter Gericht erlitten Mitarbeiter Schocks, weil sie nicht Bescheid wussten. Die Behörden gestehen Fehler ein.

Die auf heftige Kritik gestoßene Amok-Übung am Klagenfurter Bezirksgericht wird Folgen haben. Das haben nach einer Krisensitzung am Freitag der zuständige Präsident des Oberlandesgerichts Graz Manfred Scaria und der Kärntner Landespolizeikommandant Wolfgang Rauchegger angekündigt. Ein einheitliches Regelwerk zur Durchführung von Sicherheitsübungen ist angedacht. Vorher wird zwei Wochen evaluiert; disziplinarrechtliche Konsequenzen werden nicht ausgeschlossen.

"Eine Übung darf nie dazu führen, dass Menschen über eine dreiviertel Stunde unter Todesangst leiden. Eine weitere Professionalisierung solcher Übungen ist notwendig", sagte Scaria nach der Krisensitzung vor Journalisten. Zuvor hatte er "mehrfache Fehler" bei Planung und Durchführung der Amok-Übung eingestanden.

Fünf Besprechungen im Vorfeld

Rauchegger gestand ebenfalls "Fehler auf beiden Seiten" - also bei Justiz und Polizei ein. Trotz fünf Besprechungen im Vorfeld der Übung war nicht geklärt worden, wer die Mitarbeiter über die Sicherheitsübung informieren wird. Schließlich tat es keiner. Daraus zieht der Landespolizeikommandant den Schluss: "Die Polizei wird keine solche Übung mehr machen, ohne dass wir uns versichern, dass die Mitarbeiter Bescheid wissen."

Nach der unangekündigten Übung, bei der ein Team der Polizei einen Amoklauf nachstellte und eine Person vermeintlich erschossen wurde, litten einige Mitarbeiter unter Schocks und mussten psychologisch betreut werden. Auch Krankenstände infolge der Übung gibt es, bestätigte Scaria. Disziplinarrechtliche Konsequenzen schloss der OLG-Präsident "falls es zu Pflichtverletzungen gekommen ist", nicht aus.

(APA)