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"Währungskrieg": Brasilien wehrt sich gegen billiges Geld

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(c) REUTERS (PAULO WHITAKER)
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Frische Dollar und Euro sorgen in Brasilien für die Aufwertung des Real und erzeugen Nachteile für die Exportwirtschaft. Brasilien droht jetzt mit zusätzlichen Kapitalkontrollen, um sich gegen die lockere Geldpolitik von EZB und Fed zu wehren.

Wien/Jil. Die Geldpolitik der internationalen Zentralbanken führt zu Verstimmungen zwischen den Industrieländern des Westens und den aufstrebenden BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China). Der Grund: Frisch „gedruckte“ Euro, Dollar, Yen und Pfund wandern aus dem überschuldeten Westen in die Entwicklungsländer – und sorgen dort für Probleme.

Brasilien droht jetzt mit zusätzlichen Kapitalkontrollen, um sich gegen die lockere Geldpolitik von EZB und Fed zu wehren. Das Land befinde sich in einem „Währungskrieg“ mit dem Westen, sagte Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff vergangene Woche. Als Reaktion auf die globale Finanzkrise werde die Welt mit einem „Tsunami“ billigen Geldes überschwemmt. Dieses zu günstigen Konditionen ausgegebene Geld mache nun die EU- und US-Exporte billiger, worunter der brasilianische Markt mit seiner starken Währung, dem Real, und seinen hohen Zinsen leide.

 

Real wird immer stärker

Rousseff sagte, sie sei entschlossen, die brasilianische Industrie zu verteidigen und sich dafür einzusetzen, dass die reichen Länder nicht mit ihren Methoden die Wirtschaft der Schwellenländer „ausschlachten“. Der Kurs des Real stieg im Vergleich zum Dollar seit Jahresbeginn bereits um rund acht Prozent. Die brasilianische Notenbank versucht zwar gegenzusteuern, hat aber bisher kaum Erfolg. Die Präsidentin ließ nun die Gültigkeit einer Sondersteuer auf ausländische Kredite verlängern und überlegt, weitere Kapitalkontrollen einzuführen. Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel zeigte am Freitag Verständnis für die Sorgen von Präsidentin Rousseff.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.03.2012)