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CONTRA: Gesetzliche Frauenquote führt nicht zum Ziel

Viele Wirtschaftszweige wehren sich gegen Frauenquote
(c) dapd (Nigel Treblin)
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CONTRADie gesetzliche Verordnung einer Frauenquote schadet nicht zuletzt auch denen, die davon profitieren sollten: nämlich den Frauen.

Die EU-Kommission beklagt den niedrigen Anteil von Frauen in den Führungsgremien von Unternehmen in Europa. Mit einer gesetzlichen Quote sollen Frauen  Männern bei der Vergabe von Führungsjobs vorgezogen werden. Damit soll eine Gleichstellung von Mann und Frau in der Berufswelt erreicht werden. Viele Branchen und selbst Frauen wehren sich dagegen. Denn eine gesetzliche Verordnung schadet nicht zuletzt auch denen, die davon profitieren sollten: nämlich den Frauen. Ihnen würde immer wieder unterstellt werden, nur per Regelung auf ihre Position gehievt worden zu sein.

Folgende vier Argumente zeigen auf, wieso eine  gesetzliche Frauenquote für Führungsaufgaben nicht zum Ziel führen wird:

  • Vielfalt der Wirtschaftszweige

Die Forderung nach einer Quote für alle geht nicht auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der einzelnen Branchen ein. Telekommunikationsunternehmen fällt es möglicherweise leichter, Führungspositionen mit Frauen zu besetzen als Stahlkonzernen wie voest alpine oder Thyssen. Auch wenn die Frauen beim Studium insgesamt in der Mehrheit sind, in die technischen Fächer zieht es sie meistens nicht. Aber in produzierenden Betrieben ist die Kenntnis der Technik von Vorteil. Als Gegenbeispiel mag die Konsumgüterindustrie dienen, wo Frauen durchaus häufig mit Führungsaufgaben betraut werden. Eine gesetzliche Quote mit einer definierten Prozentzahl greift jedenfalls zu kurz.

  • Rechtliche Bedenken

Stellen Sie sich vor: Sie sind Privatunternehmer und der Staat macht Ihnen Vorschriften zu der Besetzung der Spitzenpositionen. Das würde sicherlich Verfassungsjuristen auf den Plan rufen. Die Gleichberechtigung von Mann und Frau ist zwar im Grundgesetz verankert, doch das Diskriminierungsverbot und die Handlungsfreiheit privater Personen stehen dem gegenüber. Eine Quote bedeutet einen Eingriff in die unternehmerische Freiheit, eine Firma von Menschen führen zu lassen, die der Unternehmer für am kompetentesten hält. Ebenso würde eine Einschränkung einer Frauenquote auf Unternehmen ab einer bestimmten Große eine Ungleichbehandlung bedeuten.

  • Frauen gegen Quote

Viele Frauen lehnen eine Frauenquote selbst ab. Sogar die deutsche Familienministerin Schröder äußert Bedenken. Es sei nicht Aufgabe des Staates, den verschiedensten Unternehmen ein und dieselbe Quote zu verordnen. Das wäre ordnungspolitisch falsch, sagte sie dem "Wiesbadner Kurier". Technik-Studentinnen in Österreich gehen noch einen Schritt weiter. 76 Prozent halten eine Quote für den späteren Beruf als "nicht wichtig". Im Gegenteil, 73 Prozent denken, dass eine gesetzliche Regelung "die Stellung der Frau im technischen Beruf negativ beeinflussen könnte".

  • Falscher Ansatz

Eine Quote für die Führungsgremien helfe dem Großteil der Frauen nicht. Es gehe um eine breite Förderung der Frauen, sagt Frau Brigitte Ederer, Personalchefin beim Weltkonzern Siemens. Das wirkliche Problem liegt laut Ederer nicht in einer gesetzlichen Regelung einer Quote für den Aufsichtsrat oder den Vorstand. Davon hat eine ganz große Mehrheit der Frauen nichts. Es sei viel wichtiger, endlich "von unten" für mehr weiblichen Nachwuchs zu sorgen, damit dann in Zukunft genügend Frauen in Firmen seien, die Führungspositionen einnehmen können.

>>PRO: Mit Frauenquoten gegen verkrustete Strukturen

"PRO und CONTRA"

Die Serie "PRO und CONTRA" ist eine Sammlung von Für- und Wider-Argumenten zu einem aktuellen Thema, die nicht die Meinung der Autoren widerspiegelt.

(herbas)