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Ägypten: Ein Staatschef von Gnaden des Militärs?

(c) AP (Amr Nabil)
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Das Rennen um Mubaraks Nachfolge beginnt. Ab Samstag können sich Kandidaten registrieren lassen.Einige klingende Namen sagten indes schon ab.

Kairo/Dpa/Apa. Die Registrierung der Kandidaten für die erste Post-Mubarak-Präsidentenwahl in Ägypten hatte noch gar nicht begonnen, da schossen schon Verschwörungstheorien ins Kraut: Die islamistischen Muslimbrüder und der noch herrschende Oberste Militärrat hätten sich in einem abgekarteten Spiel bereits auf einen Kandidaten geeinigt, den sie beide unterstützen würden – und dem damit der Sieg winke: Mansur Hassan, 75 Jahre alt und unter Ex-Präsident Sadat bis zu dessen Ermordung 1981 Informations- und Kulturminister. Der auf Sadat folgende Hosni Mubarak hat den als Rivalen eingestuften Hassan politisch kaltgestellt.

Ab Samstag können sich Kandidaten registrieren lassen. Zwei klingende Namen werden allerdings nicht dabei sein: Mohamed ElBaradei, Friedensnobelpreisträger und ehemaliger Generalsekretär der Internationalen Atomenergiebehörde in Wien. Er hat bereits im Jänner abgesagt und dies mit der nur äußerst schleppend vorankommenden Demokratisierung begründet.

 

Moussa bisher Favorit

Auch Ex-Geheimdienstchef Omar Suleiman, der von Mubarak in dessen letzten Amtstagen zum Vizepräsidenten ernannt worden war, sagte am Donnerstag ab. Der Militärrat habe ihn dazu gedrängt, angesichts der Kandidatur Hassans.

Als aussichtsreich hat bisher Amr Moussa gegolten, Ex-Chef der Arabischen Liga und scharfer Israel-Kritiker. Er will sich von den Spekulationen nicht beirren lassen: „Ich vertraue auf die Fähigkeit des Volkes, selbst zu wählen. Niemand hat das Recht, ihm einen Präsidenten vorzuschreiben.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.03.2012)