Deutsche deckten sich ein

(c) AP (Michael Probst)
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Commerzbank und Deutsche Bank langten beim jüngsten EZB-Tender stärker zu als bisher bekannt. Ob die beiden Institute mit dem Geld, wie von der Politik gewünscht, Staatsanleihen kaufen, ist unklar.

Frankfurt/Ag. Die beiden größten deutschen Banken haben sich beim jüngsten Dreijahreskredit der Europäischen Zentralbank Insidern zufolge mit Milliardenbeträgen eingedeckt. Also mit mehr, als bisher bekannt war.

Besonders die Teilnahme der Deutschen Bank ist pikant: Ihr scheidender Chef, Josef Ackermann, hatte sich aus Reputationsgründen stets gegen jegliche Form von Hilfe gewehrt. Anfang Februar hatte er allerdings erklärt, die Bank werde das niedrig verzinste EZB-Geld nehmen, wenn dies ökonomisch sinnvoll sei. In beiden Fällen haben die Institute über ihre Töchter in Italien und Spanien zugelangt, um das dortige Geschäft zu refinanzieren.

Die Zentralbank hatte den Banken am 29. Februar zum zweiten Mal in gut zwei Monaten unbegrenzt Liquidität für eine Laufzeit von drei Jahren zur Verfügung gestellt, zu einem Zins von einem Prozent. Dabei griffen europaweit 800 Banken zu und riefen zusammen 530 Mrd. Euro ab.

Auf die Deutsche Bank entfallen dabei Finanzkreisen zufolge fünf bis zehn Mrd. Euro. Die Commerzbank soll sich einen einstelligen Milliardenbetrag geliehen haben. Beim ersten Dreijahreskredit hatte die teilstaatliche Commerzbank über ihre Tochter Eurohypo zehn Mrd. Euro abgerufen. Ob die beiden Institute mit dem Geld, wie von der Politik gewünscht, Staatsanleihen kaufen, ist unklar.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.03.2012)

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