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Innenministerium spart beim Gedenkdienst

(c) EPA (OLIVER WEIKEN)
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Bis jetzt haben Organisationen vom Innenministerium 9000 Euro pro Jahr und Zivildiener erhalten. Die Förderungen für den Gedenkdienst werden nun gekürzt. Im Innenressort versteht man die Kritik nicht.

Wien/M.l. „750 Euro im Monat minus Versicherung, Miete, Flüge und öffentliche Verkehrsmittel. Da bleiben drei Euro pro Tag", rechnet Adalbert Wagner vom Verein Gedenkdienst. „Jeder, der schon einmal in Israel war, weiß, dass das bei den Preisen dort viel zu wenig ist." Jedes Jahr absolvieren etwa 50 junge Männer ihren Zivildienst in Holocaust-Gedenkstätten im Ausland wie zum Beispiel in Yad Vashem in Jerusalem. Sie werden von drei Trägerorganisationen, unter anderem vom Verein Gedenkdienst, entsandt. Bis jetzt haben diese Organisationen vom Innenministerium 9000 Euro pro Jahr und Zivildiener erhalten.

Nun wurde diese Förderung im Zuge des Konsolidierungspakets auf 8100 Euro gekürzt, obwohl im Juli 9000 Euro für das Jahr 2012 zugesagt wurden. Dem Einzelnen bleiben also statt 750 nur noch 675 Euro im Monat. Große Einsparungen bringt das dem Ministerium nicht, meinen Kritiker wie die Grünen. Nach Wagners Schätzungen sind es rund 50.000 Euro im Jahr.
Doch Kanzler Werner Faymann stellte gestern klar: Eine Kürzung komme für ihn nicht in Frage. Er wolle Gedenkdiener an Holocaust-Gedenkstätten wie Yad Vashem oder Auschwitz finanziell absichern.

Im Innenressort versteht man die Kritik nicht. Obwohl die Arbeit wichtig sei, seien Gedenk- und Zivildienst nicht gleichrangig. Die Förderung sei eine freiwillige Leistung. Laut Gesetz haben Gedenkdienstleister im Gegensatz zu Zivildienern keinen Anspruch auf Bezahlung.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.03.2012)