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Bratislava ist bereits die fünftreichste EU-Region

Bratislava
(c) EPA (Sergei Chirikov)
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Prag und Ostslowakei boomen. Die wirtschaftliche Situation in Bulgarien und Rumänien bleibt hingegen prekär. Innerhalb Österreichs ist Wien klar an der Spitze.

Brüssel/Wb. Die wirtschaftliche Aufholjagd von Prag und Bratislava ist abgeschlossen. Laut am Dienstag veröffentlichten Eurostat-Zahlen zählen beide Städte mittlerweile zu den reichsten der gesamten EU und haben mit ihrem BIP pro Kopf (kaufkraftbereinigt) bereits Wien oder Stockholm überholt.

Die statistisch reichste Region bleibt Inner-London. Sie hat eine dreifach (332%) so hohe Wirtschaftsleistung pro Kopf wie der EU-Durchschnitt (100%). Dahinter rangieren Luxemburg (266%), Brüssel (223%), Hamburg (188%), Bratislava (178%), Île de France (177%) und Prag (175%). Wien, das nach wie vor im Spitzenfeld liegt, kommt mit 161Prozent nur noch an die elfte Stelle und liegt damit klar hinter Prag und Bratislava. Wobei die Statistik durch die Pendlerströme beeinflusst wird.

Insgesamt haben die 2004 beigetretenen EU-Länder noch nicht das Niveau von zentraleuropäischen Regionen erreicht. Von den 39 Regionen, in denen das BIP pro Kopf zumindest um ein Viertel höher als der EU-Schnitt ist, liegen acht in Deutschland, fünf in den Niederlanden, je vier in Italien und Österreich, je drei in Belgien, Spanien und Großbritannien, zwei in Finnland, je eine in der Tschechischen Republik, Dänemark, Irland, Frankreich, der Slowakei und Schweden.

 

Burgenland bleibt abgeschlagen

Die ärmsten Regionen der EU befanden sich im Untersuchungsjahr 2009 alle in Bulgarien und Rumänien. So kam Severozapaden in Bulgarien lediglich auf 27Prozent des EU-Schnitts. Auch in Polen gibt es nach wie vor 15 Regionen, die unter 75% des BIPs pro Kopf des EU-Durchschnitts liegen.

Innerhalb Österreichs ist Wien klar an der Spitze, gefolgt von den drei westlichen Bundesländern Salzburg, Vorarlberg und Tirol. Ärmste österreichische Region ist nach wie vor das Burgenland. Es liegt bei 82,8Prozent des EU-Durchschnitts.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.03.2012)