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Zentralmatura: Schulen sollen gegen unwillige Lehrer vorgehen

(c) Clemens Fabry
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Der BIFIE-Direktor Josef Lucyshyn hält den Start im Jahr 2014 weiter für möglich. Wenn sich die Lehrer richtig vorbereiten. Auch Schüler und Eltern will Lucyshyn nicht aus der Verantwortung nehmen.

Wien. Nach der anhaltenden Kritik der Lehrer an den angeblich schlechten Vorarbeiten zur Zentralmatura schlägt das zuständige Bundesinstitut für Bildungsforschung (BIFIE) zurück: Der Erfolg der Zentralmatura hänge vom Engagement der Schulleiter und Lehrer ab. Denn: „Kein anderes Reformprojekt in den vergangenen zwanzig Jahren wurde durch derartig intensive Vorbereitung begleitet“, sagt Josef Lucyshyn, Direktor des BIFIE, im Gespräch mit der „Presse“.

„Wenn sich die Lehrer vorbereiten, dann geht sich der geplante Start 2014 ohne Probleme aus.“ Verwehren sie sich jetzt der Reform, dann werde das „auch im Jahr 2016 nicht anders sein“, mahnt der BIFIE-Chef. Es sei nun an der Zeit, dass Schulleiter überprüfen, inwieweit sich die einzelnen Lehrer in ihrem Unterricht auf die zentrale Reifeprüfung einstellen. Gegebenenfalls sollten dann Maßnahmen zur besseren Vorbereitung gesetzt werden. Doch auch Schüler und Eltern will Lucyshyn nicht aus der Verantwortung nehmen. „Wenn diese den Verdacht haben, dass sich ein Lehrer nicht genügend kümmert, muss das im schulpartnerschaftlichen Gremium diskutiert werden.“

Dass Lehrer, Schüler und Eltern weiter auf eine Verschiebung des Starts der Zentralmatura pochen, hält er für falsch. Er unterstützt damit Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ), die auf dem Start im Jahr 2014 beharrt. Dann werden die ersten AHS-Schüler zur zentralen Reifeprüfung antreten müssen. „Hier brauche man nicht zu streiten“, so Lucyshyn. Das BIFIE werde den Auftrag – die Prüfungsaufgaben bis 2014 fertigzustellen – sicherlich erfüllen. Auch bislang sei alles zeitgerecht erledigt worden. So habe man die Konzepte veröffentlicht, Arbeitsmaterialien zur Verfügung gestellt und Fortbildungsveranstaltungen abgehalten. Auch im Bereich Mathematik liege man im Zeitplan. Hier beginnen derzeit die Feldtestungen.

 

Verunsicherung nicht nachvollziehbar

Die Verunsicherung an den Schulen könne er generell nicht nachvollziehen. Den Vorwurf, im Bereich Mathematik sei man besonders schlecht für die Zentralmatura gewappnet, weist er von sich. „Wenn Lehrer behaupten, Sie hätten im Bereich Mathematik noch nichts vorbereiten können, dann möchte ich freundlich darauf verweisen, dass wir vor Beginn des vergangenen Schuljahres eine Aufgabensammlung herausgegeben haben“, sagt Lucyshyn. Die derzeitigen sechsten Klassen an den AHS – sie treten als erster Jahrgang zur Zentralmatura an – hätten sich in diesem Schuljahr schon darauf vorbereiten können. Die Unterlagen sind gratis an alle Gymnasien verschickt worden.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.03.2012)