Bentley EXP 9F

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Die Gattung der schweren SUV lebt, und mit der Studie Bentley EXP 9F
ist ein weiteres Prachtexemplar auf dem Weg. Jedenfalls nach China.

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Bentley könnte man als die erfolgreichste unter den gescheiterten Automarken handeln. Denn unabhängig war der Hersteller nur etwa zehn Jahre lang. Schon 1931 wurde die Marke vom Konkurrenten Rolls-Royce übernommen. Zu den vielen Gründen der Insolvenz gehörte der Umstand, dass W.O. Bentley auf einen Trend spät reagiert hatte: Die noble Kundschaft wandte sich von den unbestritten schnellen, aber nicht sonderlich bequemen Autos ab, die Bentley eine Zeit lang sehr erfolgreich anbot; zunehmend gefragt in der Zeit waren luxuriöse Reisemobile.

Achtzig Jahre später gedenkt man bei Bentley nicht, das Versäumnis zu wiederholen. Heute ist es die Spielart SUV, die Millionäre zwischen Chengdu und Wenzhou begehren. Die Rufe des zweitgrößten Marktes für Bentley, Südostasien, wird man nicht überhören. Was bei uns nicht überall mehr so gut ankommt, ist dort gerade recht: die Motorhaube, die bis zur Brust reicht, Felgen, die Wagenrädern imperialer Prunkkutschen gleichen. Hoch wollen sie leben (und sitzen), Understatement hält man für den Aussatz von Habenichtsen.

Ein solches Auto fehlt Bentley noch im Repertoire, aber es ist unterwegs. Die in Genf gezeigte Studie EXP 9F kündigt es an. Bentley-Fans des alten Europas mögen die Nase rümpfen, aber denen scheint ohnehin das Geld auszugehen. Das Bentley-SUV ist auch kein wirklicher Bruch mit der Historie, denn über ein Modell der Marke meinte Ettore Bugatti schon in den 1920er-Jahren: „der schnellste Lastwagen der Welt“. Bis es so weit ist (vermutlich 2014), noch schnell ein Auszug, welche Extrawünsche Kunden in letzter Zeit verweigert wurden: Tapezierung mit Krokodilleder, Halterung für Gewehre am Dachhimmel, Mikrowelle und Teekessel im Fond, eine Stange für Pole-Dancing. Das meiste andere ist kein Problem.

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