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Frankreich: Zehn Kandidaten für das Präsidentenamt

Nicolas Sarkozy und Francois Hollande gelten als aussichtsreichste Bewerber um das französische Präsidentamt
(c) EPA (Christophe Guibbaud/pool)
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Letzte Umfragen zeigen einen Umschwung zugunsten von Präsident Sarkozy. Sein stärkster Konkurrent Hollande hat etwas an Boden verloren.

Nach Ablauf der Frist zur Hinterlegung der nötigen Unterstützungsunterschriften der französischen Präsidentschaftskandidaten am Freitagabend tritt das Rennen um den Elysee-Palast nun in die entscheidende Phase. Wie 1981, als mit Francois Mitterrand erstmals ein Sozialist siegte, sind zehn Kandidaten im Rennen. Zuletzt vor fünf Jahren waren es zwölf. Die offizielle Kandidatenliste wird am Montagnachmittag nach Überprüfung der Gültigkeit der Unterschriften veröffentlicht. Um bei der Wahl antreten zu können, brauchen die Bewerber die Unterstützung von 500 gewählten Volksvertretern.

Auf der Strecke geblieben ist der ehemalige Premierminister Dominique de Villepin, seit Jahren der politische Erzfeind des amtierenden Präsidenten Nicolas Sarkozy aus dem eigenen konservativen Lager, der sich nun um ein zweites Mandat bewirbt. Sarkozys stärkster Konkurrent ist der Sozialist Francois Hollande, der in Umfragen allerdings jüngst etwas an Boden verloren hat. In mehreren Umfragen liegt Sarkozy nunmehr im ersten Durchgang in Führung, während der Sozialist allerdings nach wie vor demnach die Stichwahl für sich entscheiden würde. In einer Umfrage von TNS Sofres meinten 43 Prozent der Franzosen, dass Sarkozy im Wahlkampf punktet. Nur 28 Prozent denken das von Hollande.

Großes Gedränge im linken Lager

Der Aufwind für Sarkozy kam nach einer großen Wahlveranstaltung in Villepinte bei Paris am vergangenen Sonntag. Vor 60.000 Sympathisanten erklärte der Präsident, dass er das europäische Schengen-Abkommen zum Personenverkehr ohne Grenzkontrollen neu verhandeln und einen europäischen Marktprotektionismus einführen wolle.

Im linken Lager leidet Hollande insbesondere unter der Konkurrenz des Vorsitzenden der "Linksfront" aus Kommunisten (PCF) und Linksfront (Parti de Gauche/PG), Jean-Luc Melenchon, der laut Umfragen im ersten Durchgang mit mehr als zehn Prozent der Stimmen rechnen kann. Melenchons Vorschläge, die Besteuerung der Großverdiener anzuheben und die Steuerflucht zu bekämpfen, haben Hollande jüngst zu ähnlichen Wahlversprechen angespornt. Hollandes Absicht, das Jahreseinkommen jenseits einer Million Euro mit 75 Prozent zu besteuern, erregte selbst im sozialistischen Lager Besorgnis. Sarkozy sprach von einer "Melenchonisierung des Wahlkampfes".

Der Zentrumskandidat Francois Bayrou vom Mouvement Democrate, der 2007 im ersten Durchgang 19 Prozent der Stimmen erhalten hatte, stagniert in den Umfragen zwischen zwölf und 15 Prozent. Der ehemalige Erziehungsminister zielt in dem Wahlkampf darauf ab, einen "dritten Weg" vorzuzeichnen als Alternative zum konservativen Sarkozy und zu Hollande. In Interviews erklärte sich Bayrou nach wie vor überzeugt, dass er den Sprung in die Stichwahl schaffen kann.

Bei "den Umweltschützern" herrscht dagegen eine düstere Stimmung. Die Grünen-Kandidatin Eva Joly stagniert in den Umfragen bei zwei Prozent.

(APA/Ag.)