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Bericht: Syrien erpresst die Türkei mit Gefangenen

Syrische Flüchtlinge in der Türkei
(c) REUTERS (Murad Sezer)
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Der syrische Geheimdienst soll zwei türkische Journalisten verschleppt haben. Sie sollen gegen neun geflüchtete Generäle ausgetauscht werden. Der Iran soll in die Verhandlungen eingebunden sein.

Zwei türkische Journalisten sollen sich in syrischer Gefangenschaft befinden. Angeblich hat sie der syrische Geheimdienst verschleppt. Das Regime des syrischen Präsidenten Bashir al-Assad wolle sie nur freilassen, wenn die Türkei dafür neun desertierte Generäle ausliefert. Das berichtet der ORF am Montag unter Berufung auf die türkische Tageszeitung Türkiye.

Die beiden Journalisten sollen in der Stadt Idlib nahe der türkischen Grenze in die Hände von regierungstreuen Milizen geraten sein. In die Verhandlungen um ihre Freilassung sollen laut dem Bericht mehrere Regierungen von Drittstaaten eingebunden sein - darunter auch der Iran.

Eine offizielle Bestätigung hat die türkische Regierung bisher nicht veröffentlicht. Ein solcher Austausch sei aber grundsätzlich nicht möglich, sagte ein Sprecher Ankaras. Menschen, die in der Türkei Schutz suchen, würden nicht ausgeliefert. Außenminister Ahmet Davutoglu warnte das Regime Assad vor einem Fehler.

Wegen der andauernden Gewalt in Syrien ist die Zahl der Flüchtlinge in der Türkei inzwischen auf 15.900 gestiegen. Die türkische Nachrichtenagentur Anadolu berichtete am Sonntag unter Berufung auf das Außenministerium in Ankara, am Vortag seien etwa 200 weitere Menschen aus dem Nachbarland über die Grenzen gekommen. Sie wurden in Lagern untergebracht.

 

(Red.)