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Unisex-Versicherungstarife: Für Frauen wird's teurer

Ab Jahresende gelten die neuen Unisex-Versicherungstarife
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Einheitliche Prämien für Frauen und Männer für Neuverträge werden ab 21. Dezember verpflichtend. Frauen werden dann mehr zahlen müssen.

Die neuen Unisex-Versicherungstarife - einheitliche Prämien für Männer und Frauen -, die ab Jahresende für neue Verträge gelten, kommen in Österreich für Frauen in Summe teurer: Über alle Sparten hinweg zahlten Frauen künftig um 340 Millionen Euro mehr als Männer, sagte Wolfram Littich, Chef der Allianz Österreich und Präsident des Österreichischen Versicherungsverbandes (VVO).

Teurer werden für Frauen vor allem Risiko-Lebensversicherungen und Unfallversicherungen, laut Branchen-Zahlen um 35 bis 40 Prozent. Männer müssen künftig bis zu 20 Prozent mehr für die Krankenversicherung sowie rund zehn Prozent für lebenslange Rentenversicherungen zahlen. Die Allianz rate daher den Kunden, noch heuer die jeweils günstigere Variante abzuschließen. "Man sollte noch einkaufen bevor Unisex kommt", sagte Littich.

Neue Regelung nur für neue Verträge

Europas Versicherungen dürfen nach einem Urteil der Europäischen Gerichtshofes (EuGH) ab 21. Dezember 2012 nur mehr einheitliche Versicherungsprämien für Männer und Frauen anbieten. Laut EU-Kommission gilt dies nur für neue Verträge, die nach diesem Datum abgeschlossen werden. Differenzierungen nach anderen Kriterien wie etwa Alter oder Raucher/Nichtraucher sind weiterhin möglich.

Frauen zahlen derzeit bei Risikolebensversicherungen und bei Unfallversicherungen weniger als Männer, deren Lebenswandel von den Versicherungen offenbar als riskanter eingestuft wird. Für Männer sind dafür Rentenversicherungen derzeit wegen ihrer niedrigeren Lebenserwartung billiger. In der Krankenversicherung, die Ausgangspunkt für die Bestrebungen nach Unisex-Tarifen war, zahlen Frauen tendenziell mehr als Männer. In der Autoversicherung wird es künftig beispielsweise Rabatte für - vorsichtiger als Männer fahrende - jüngere Frauen nicht mehr geben.

Versicherungsmathematisch lasse sich alles rechnen, so Littich. Gleiche Tarife für Frauen und Männer seien eine gesellschaftspolitische Frage. Die Frage, ob diese sinnvoll seien, verneint er.

 

(APA)