Burgtheater-Stars
Hörbiger, Voss und die Freundin des Kaisers
Eine neue Ausstellung des Wien Museums in der Hermesvilla widmet sich vom 30. März bis zum 4. November dem Personenkult, der die Schauspieler des Wiener Burgtheaters betrieben wird: "Burg Stars - 200 Jahre Theaterkult" heißt die Schau. Johanna Sacco als "Medea" (Plakatsujet), 1786 Joseph Hickel Bundestheater-Holding (c) Burgtheater
(c) PR Bilder (Burgtheater/Wien Museum)
Vor allem Porträts aus der Ehrengalerie des Hauses am Ring zu sehen. Denn vor mehr als 200 Jahren wurde die Tradition ins Leben gerufen, prominente Mimen auf Leinwand zu bannen. Ferdinand Maierhofer als "Habakuk", um 1938 Carry Hauser Bundestheater-Holding (c) Burgtheater
(c) PR Bilder (Burgtheater/Wien Museum)
Das Starwesen rund um die Burg setzte früh ein, nämlich im Zuge der Erhebung des "Theaters nächst der Burg" zum "Teutschen Nationaltheater" im Jahr 1776. Die Hofschauspieler standen quasi im direkten Blickfeld des Kaisers und genossen ein entsprechend hohes Ansehen. Und es war mit Kaiser Josef II. auch ein Monarch, der den Auftrag gab, die bedeutendsten seiner "Nationalschauspieler" zu porträtieren. Gerd Voss (Plakatsujet), 2006 Gregor Zivic (c) Wien Museum
(c) PR Bilder (Burgtheater/Wien Museum)
Die Ausstellung zeichnet die Tradition dieser Porträts nach. Diese spiegeln sowohl den Wandel der Malstile als auch die Vergänglichkeit des Ruhms wider. Denn so manche Darsteller sind heute kaum mehr bekannt, der Ruhm manch anderer - wie Katharina Schratt oder Josef Kainz - dauert hingegen an. Manche Burg-Stars pflegten eine besondere Beziehung zum Hof: Schratt verband eine enge Freundschaft mit Kaiser Franz Joseph. Katharina Schratt als "Frau Wahrheit", 1895 Franz Matsch Bundestheater-Holding (c) Burgtheater
(c) PR Bilder (Burgtheater/Wien Museum)
Das gilt auch für die "Produzenten" der Bilder: Neben Werken unbedeutender Maler sind auch solche von Ferdinand Georg Waldmüller oder Hans Makart zu sehen. Josef Kainz als "Richard II.", 1911 Wilhelm Viktor Krausz Bundestheater-Holding (c) Burgtheater
(c) PR Bilder (Burgtheater/Wien Museum)
Im 20. Jahrhundert kam es nur mehr fallweise zu Ergänzungen der Theatergalerie. Was bedeutet: Nicht alle vorhandenen Porträts sind im Auftrag des Burgtheaters entstanden, sondern haben mitunter auf anderen Wegen Eingang in die Sammlung gefunden. Attila Hörbiger, 1986 Herbert Stephan Bundestheater-Holding (c) Burgtheater
(c) PR Bilder (Burgtheater/Wien Museum)
Erst 2006 erfolgte nach längerer Unterbrechung ein Neustart mit der Beauftragung zeitgenössischer Künstler. Kirsten Dene, 2006 Elke Krystufek Foto: Christian Postl (c) Christian Postl, Burgtheater
(c) PR Bilder (Burgtheater/Wien Museum)
Ergänzt werden die Porträts mit Objekten aus der Sammlung des Wien Museums, darunter Totenmasken und Erinnerungsgegenstände. Totenmaske von Oskar Werner, 1984 Reinhard Paffrath Bundestheater-Holding (c) Burgtheater
(c) PR Bilder (Burgtheater/Wien Museum)
Da die Ausstellung in der Hermesvilla in Kooperation mit dem Burgtheater stattfindet, sind im Begleitprogramm auch lebende Burgstars zu bewundern. So erinnern etwa Markus Meyer, Dorothee Hartinger oder Ignaz Kirchner mit Lesungen an die Kollegen von einst. Ignaz Kirchner, 2006 Franz Graf © VBK, Wien 2012 Foto: Christian Postl (c) Christian Postl, Burgtheater
(c) PR Bilder (Burgtheater/Wien Museum)
20. März bis 4. November 2012 Hermesvilla Lainzer Tiergarten 1130 Wien www.wienmuseum.at Autogrammfächer, um 1900 (c) Wien Museum
(c) PR Bilder (Burgtheater/Wien Museum)