Die Commerzbank darf ihre verlustreiche Immobilientochter zerschlagen, statt sie zu verkaufen. Die Lösung ist allerdings mit einer Reihe von für die Commerzbank teuren Auflagen verbunden.
Frankfurt/Red/Reuters. Die deutsche Commerzbank darf ihre verlustträchtige Immobilienfinanzierungstochter Eurohypo endlich „abwickeln“, statt weiter endlos nach einem Käufer suchen zu müssen. Sie ist damit ihr größtes Problem los. Nach monatelangen Verhandlungen haben sich am Freitag EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia und Commerzbank-Vorstandsvorsitzender Martin Blessing auf diese Vorgangsweise geeinigt. Von der Eurohypo wird nur ein ganz kleiner Teil übrig bleiben – und der wird von der Commerzbank inhaliert. Der Markename Eurohypo verschwindet.
Die Lösung ist allerdings mit einer Reihe von für die Commerzbank teuren Auflagen seitens der EU-Kommission verbunden. Zudem muss die Commerzbank bis März 2014 auf Zukäufe verzichten.
Der Verkauf der Eurohypo war von der EU im Gegenzug zu milliardenschweren Staatshilfen verlangt worden. Die Immobilien- und Staatsfinanzierungstochter war wegen ihrer schweren Verluste aber unverkäuflich. Die Abwicklung des Immobilienfinanzierers muss „innerhalb der Commerzbank-Bilanz“ erfolgen und wird diese deshalb eine Zeitlang noch schwer belasten.
Die Börse reagierte erleichtert auf die Einigung.. Commerzbank-Aktien legten in Frankfurt nach Bekanntwerden des Kompromisses kräftig zu.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 31.03.2012)