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Sprachspaltereien: Zunge im zahnlosen Mund

„Ich hätte gern einen Musikwunsch!“, verkündet ein Anrufer bei Ö3. Nun ja, wünschen darf man sich bekanntlich alles; ob es in Erfüllung geht, ist eine andere Frage.

„Ich hätte gern einen Musikwunsch!“, verkündet ein Anrufer bei Ö3. Nun ja, wünschen darf man sich bekanntlich alles; ob es in Erfüllung geht, ist eine andere Frage. Vor dem Anruf beim Radiosender sollte der Musikwunsch freilich schon parat auf der Zunge liegen. Was ohnehin der Fall war. Nur sprachlich lag die Zunge eben nicht ganz richtig . . .

Gleiches galt für die Moderatorin, die sich nach eigenen Angaben redlich bemühte, „möglichst alle Anrufer abzuheben“. Sie dürfte ihren Beruf verfehlt haben, hätte wohl besser Gewichtheberin werden sollen! Obwohl ja auch Tagesjournalisten und Live-Moderatoren üblicherweise einiges zu stemmen haben.

Sprachliche Fehlleistungen sind uns von Kinderseite wesentlich lieber als von Erwachsenen. So erklärte meine jüngste Nichte, knapp drei Jahre alt, kürzlich stolz: „Tante Eva, ich hab auch schon bei dir übergenachtet!“ Tja, mit den Konjugationen ist es gar nicht einfach.

Apropos übernachten – dabei geht es ja nicht immer ums Vergnügen und Verwöhntwerden: Unter dem Titel „Massenandrang in der Notschlafstelle“ schrieb „Die Presse“ jüngst: „. . . sagte Zoltán und lächelte so breit, dass man seine fehlenden Zähne sehen konnte.“ Das soll uns die Autorin dieser Zeilen bitte einmal vorfletschen! Am besten ohne Zuhilfenahme ihrer Zähne.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 31.03.2012)