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Der Liberalismus, den sie meinen

Die FPÖ und Hayeks Epigonen: Es passt nicht zusammen, was eigentlich auch nicht zusammengehört.

Dass die großteils protektionistische „Unser Geld für unsere Leut'“-Partei die Bannerträgerin des freien Welthandels wäre, wäre einem so bisher noch nicht aufgefallen. Gut, es mag gemeinsame Wurzeln geben: 1848 und die Folgejahre. Doch dann trennte sich der Nationalismus vom Liberalismus, was sich auch in der FPÖ, wie wir sie heute kennen – und wie sie auch schon bei ihrer Gründung 1955 angelegt war –, bemerkbar macht. Und zwar eindeutig zugunsten des ersteren -ismus.

Nach dem pseudoliberalen Zwischenspiel unter Norbert Steger wurde die FPÖ dann unter Jörg Haider – trotz Kokettierens mit der Flat Tax – und erst recht unter Heinz-Christian Strache zur „sozialen Heimatpartei“. Abgesehen von der Ablehnung der Kammerpflichtmitgliedschaften und der aufgeblähten Sozialversicherungsapparate – sowie neuerdings in Ansätzen der Euro-Rettungsschirme – werden sich Liberale sehr schwertun, mit der FPÖ gemeinsame Sache zu machen.

Die aus Funk und Fernsehen bekannte Generalsekretärin des Hayek-Instituts, Barbara Kolm, tut das jedenfalls – bei Parlamentshearings und Pressekonferenzen. Wie ihr dieser interessante Spagat gelingt, bleibt ihr persönliches Geheimnis. Denn auch wenn die Begriffe an sich anderes vermuten lassen: Wirklich zusammen passen Freiheitliche und Liberale nicht.

 

E-Mails an: oliver.pink@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 31.03.2012)