Die neue Immo-Steuer habe nicht zu Panikverkäufen geführt und es gab kaum Auswirkungen auf das Kauf- und Verkaufsverhalten.
Die seit April geltende Immobilienbesteuerung habe in den
vergangenen Monaten nicht zu den befürchteten "Panikverkäufen" geführt. Außerdem gab es kaum Auswirkungen auf das Kauf- und Verkaufsverhalten. Der Zeitraum zwischen ersten Gerüchten zur Immobiliensteuer und dem Inkrafttreten sei "einfach zu kurz gewesen", sagte Remax-Austria-Chef Bernhard Reikersdorfer im APA-Interview.
Der Gewinn aus Immobiliengeschäften wird künftig mit einem Steuersatz von 25 Prozent belegt - derselbe Satz wie bei der Kapitalertragsteuer (KESt) bzw. der Wertpapier-KESt. Bisher waren gewinnträchtige Grundstücksveräußerungen steuerfrei - solange Kauf
und Verkauf länger als zehn Jahre auseinander lagen. Die Steuer gilt nicht nur für Private, sondern auch für Veräußerungen von Betriebsvermögen.
Gewerbliche Grundstückshändler müssen ihre Gewinne wie gehabt regulär versteuern. Ausnahmen von der Immobiliensteuer gibt es für Eigentumswohnungen und Eigenheime, die in den vergangenen zehn Jahren
zumindest fünf Jahre lang den Hauptwohnsitz des Verkäufers dargestellt haben. Insgesamt erhofft sich die Regierung, durch die Maßnahme in den nächsten fünf Jahren 2,06 Mrd. Euro an zusätzlichen Einnahmen zu holen.
Reikersdorfer glaubt nicht, dass die neue Immo-Steuer
direkt auf die Verkaufspreise aufgeschlagen wird. Dies werde "durch Angebot und Nachfrage" verhindert. Die in den vergangenen Jahren in einigen Regionen Österreichs stark gestiegenen Immobilienpreise seien eine "substanzielle Wertsteigerung" und "keine Immobilienblase", betonte er. Etwa Immobilien in der Wiener Innenstadt oder in Kitzbühel seien im internationalen Vergleich "sehr, sehr günstig".
Die in den vergangenen drei Jahren rückläufigen Neubauprojekte in Österreich bereiten dem Immobilienmakler etwas Kopfzerbrechen: "Ich
hoffe, dass wieder mehr gebaut wird". Die Banken und Bauträger hätten wegen der Wirtschaftskrise vorsichtiger agiert, so Reikersdorfer. Eine Trendumkehr kann er aber noch nicht erkennen. (APA)