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Griechenland will Mauer zur Türkei "bald" bauen

Griechischer Minister: Mauerbau zur Türkei beginnt bald
Griechenland Türkei Grenze(c) AP (Nikolas Giakoumidis)
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Griechenland will den Strom illegaler Migranten aufhalten. Die EU-Kommission zeigt sich von der Maßnahme nicht angetan.

Griechenland will "bald" damit beginnen, den umstrittenen Grenzzaun zur Türkei zu bauen. Die Konstruktion der "Mauer" sollte auch rasch beendet werden, erklärte der griechische Minister für Bürgerschutz, Michalis Chrisochoidis, am Montag bei einem Treffen mit EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström. Die Maßnahme soll zur Abwehr illegaler Migranten, die über die Türkei nach Griechenland und damit in die EU gelangen, dienen.

Malmström zeigte sich von dem Mauerbau nicht gerade angetan: "Die EU unterstützt das finanziell nicht". Chrisochoidis bezeichnete das Vorhaben als rein nationale Angelegenheit. Dabei gehe es auch um eine Kombination mit anderen Maßnahmen. Angesichts der Flüchtlingsströme sei das notwendig. Die illegale Migration sei zunächst über die bekannten Länder Irak, Pakistan oder Afghanistan gekommen, nun gebe es wegen des Bürgerkriegs in Syrien auch eine weitere Welle von Flüchtlingen. Dazu kämen noch Migranten aus dem Maghreb-Raum.

Die Kommissarin und der Minister stimmten überein, dass es wichtig sei, das Rückübernahmeabkommen mit der Türkei in die Tat umzusetzen. Dieses sei seit zwei Jahren finalisiert, "wir warten auf die türkische Unterzeichnung und Umsetzung". Malmström gab aber zu bedenken, dass Ankara im Gegenzug auf Visaerleichterungen bestehe. Sie hoffe, dass ein Visa-Dialog bald beginnen könne, erklärte die Kommissarin.

(Ag.)