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Super kostet 1,531 Euro: Tanken so teuer wie noch nie

Super kostet 1531 Euro
(c) APA (Herbert Pfarrhofer)
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Kurz vor Ostern sind die Spritpreise in Österreich und Deutschland so hoch wie noch nie. In Deutschland geht nun das Kartellamt gegen das Benzin-Oligopol vor.

Sprit hat am Dienstag in Österreich so viel wie noch nie gekostet. Der Preis für einen Liter Eurosuper durchbrach laut ARBÖ mit 1,513 Euro die Schallmauer von 1,50 Euro. Dennoch empfahlen die deutschen Autofahrerclubs auf der Fahrt in der Osterurlaub wenn möglich in Österreich zu tanken. Denn in Deutschland musste für einen Liter Super gar 1,71 Euro hingeblättert werden.

Das deutsche Bundeskartellamt geht einem Zeitungsbericht zufolge nun mit einem Wettbewerbsverfahren gegen alle fünf Mitglieder des Benzin-Oligopols in Deutschland vor. Betroffen seien BP/Aral, Esso, Shell, Jet und Total, berichtete die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Mittwochausgabe) am Dienstagabend in einer Vorabmeldung. Die Unternehmen seien nach zahlreichen Beschwerden freier Tankstellen um weitere Informationen gebeten worden. "Das ist ein Beitrag, um den Wettbewerb durch die freien Tankstellen gegenüber dem Oligopol zu stärken", sagte Kartellamtspräsident Andreas Mundt der Zeitung.

"Preisfesseln": Kommt australisches Modell?

Die deutsche Wettbewerbsbehörde gehe Hinweisen nach, dass das Quintett an bestimmten Tankstellen seinen Sprit systematisch unter Einstandspreis verkauft habe, um unabhängige Anbieter auszubooten. Auch sollen sie für die Belieferung von freien Tankstellen teilweise höhere Preise verlangt haben als von den Endkunden an den eigenen Tankstellen. Die gestiegenen Benzinpreise sorgen seit Tagen für eine heftige Diskussion in Deutschland.

Die deutschen Bundesländer aber auch die Fraktionen von Union und FDP fordern, dass die deutsche Bundesregierung und das Kartellamt Preisfesseln für Tankstellen prüfen sollen. Eine Variante wäre das in Westaustralien praktizierte Modell, wo am Vortag von jeder Tankstelle an eine Behörde gemeldet werden muss, welchen Literpreis man am nächsten Tag verlangt. Dieser darf dann 24 Stunden lang nicht verändert werden. Die konzernunabhängigen Anbieter könnten dann jederzeit auf die Preise der großen Fünf reagieren, während diese jeweils am Vortag ihre Preise für den nächsten Tag mitteilen müssten.

"Spritpreise eigentlich noch zu niedrig"

Der ökologisch orientierte Verkehrsclub Deutschland (VCD) hält Benzin immer noch für zu billig. "Für die Autoindustrie und die Gutverdiener sind die Spritpreise eigentlich noch zu niedrig", sagte der Vorsitzende Michael Ziesak dem "Tagesspiegel". "Sonst würden nicht so viele spritschluckenden Luxusautos gebaut und gekauft." Ziesak sprach sich für eine Abschaffung der Pendlerpauschale aus.

(Ag.)