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Sarajevo: "Die Welt muss wissen, was passiert ist"

Sarajevo Bosnie-Krieg Jahrestag
Sarajevo: "Die Welt muss wissen, was passiert ist"(c) REUTERS (Dado Ruvic)
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Der Beginn des Bosnien-Krieges jährt sich heute zum 20. Mal. In Sarajevo wird mit 11.541 leeren Sesseln der Opfer in der Stadt gedacht.

Sarajevo hat am Freitag den 20. Jahrestag des Beginns des Bosnien-Krieges und der 1425-tägigen Belagerung der Hauptstadt begangen. An die 11.541 Todesopfer der Belagerung erinnerten rote Plastiksessel. Sie wurden im Stadtzentrum vom "Ewigen Feuer", einem Denkmal an die Kriegsopfer des Zweiten Weltkrieges, bis hin zur Ali-Pascha-Moschee aufgestellt. Ihre Gesamtlänge von etwa 800 Meter veranschaulichte den dramatischen Verlust der Stadt mit derzeit etwa 300.000 Einwohnern.

Das vom Regisseur Haris Pasovic unter dem Motto "Die Rote Linie von Sarajevo" vorbereitete Programm soll bis spät in den Abend an alle jene Menschen erinnern, die "nicht mehr da sind". Zwischen den Sesseln in Normalgröße, an denen Passanten schon am Vormittag Blumen niedergelegten, befanden sich kleinere Sessel, die die getöteten Kinder symbolisieren sollen. "Die Welt muss wissen, was passiert ist", betonte Bürgermeister Alija Behmen.

Bildt sieht Entwicklung optimistisch

17 Jahre nach dem Kriegsende ist Bosnien weiterhin ein an ethnischen Linien tief gespaltener Staat. Durch das Dayton-Friedensabkommen wurde dem brutalen Krieg, in dem rund 100.000 Menschen ums Leben kamen, Ende 1995 zwar ein Ende gesetzt. zu einem funktionierenden Staat ist Bosnien dadurch aber nicht geworden. Nicht zuletzt auch wegen der komplizierten Staatsstruktur. Die zwei Landesteile - die Bosniakisch-Kroatische Föderation und die Serbische Republik - sind praktisch weiterhin zwei Staaten im Staat.

Der erste Hohe Repräsentant in Sarajevo, Carl Bildt, sieht dennoch Grund für Optimismus. In den letzten sechs Monaten hätten bosnische Politiker gezeigt, dass sie auch ohne die Hilfe internationaler Akteure Schritte nach vorne machen könnten. Auch seien neuerdings einige Beschlüsse, die lange Zeit nicht gefasst werden konnten, angenommen worden und würden umgesetzt, sagte Bildt am Freitag.