Bürger entscheiden über Schwedenplatz

Buerger entscheiden ueber Schwedenplatz
Buerger entscheiden ueber Schwedenplatz(c) Die Presse (Clemens Fabry)
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Mit einer Bürgerbefragung startet das Großprojekt Schwedenplatz. Dieser soll sich schon bald vom städtischen Schandfleck zum urbanen Hotspot entwickeln.

Wien. Der Schwedenplatz ist vieles, aber eines sicher nicht: ein Ort, an dem man sich wohlfühlt und gern aufhält. Dass sich das irgendwann ändern soll – immerhin ist der Platz für viele Reisende der erste Eindruck der Stadt –, darüber sind sich alle einig. Bei der Frage nach dem Wie gab es zwar schon viele Ideen – von der Trialto-Brücke bis zu einem Mahnmal für Homosexuelle im Nationalsozialismus –, umgesetzt wurde davon aber noch nichts.

Nun will Planungsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne) die Bürger zu Wort kommen lassen. Vielleicht haben die ja eine Idee, wie man den Schandfleck, mit dem man vorrangig betrunkene Jugendliche, Drogenkranke, Verkehrschaos und Würstelbuden assoziiert, zur viel besungenen „Visitenkarte der Stadt“ machen kann. Derzeit laufen die Vorbereitungen zu einem Bürgerbeteiligungsprozess, der im Juni starten soll. „Als Basis dafür wird gerade eine Verkehrsuntersuchung und eine Sozialraumanalyse durchgeführt“, sagt Vassilakou-Sprecher Dominik Krejsa. Sprich, es wird untersucht, wer den Platz wie nutzt.

Internationaler Wettbewerb

Endes des Jahres soll dann ein Leitbild stehen, das wiederum als Grundlage für die Wettbewerbsausschreibung, die für Anfang 2013 geplant ist, dienen soll. Laut Krejsa könnte mit der Umgestaltung 2014/15 begonnen werden.

Bezirksvorsteherin Ursula Stenzel (ÖVP) geht das nicht schnell genug. Und: Für sie ist ein internationaler Wettbewerb Bedingung. „Das ist ein urbanes Projekt, das eine enorme Herausforderung ist und deshalb die Besten der Welt braucht“, sagt Stenzel-Sprecherin Angelika Mayrhofer-Battlogg. Um die Zeit bis dahin zu überbrücken, plädiert die Bezirksvorstehung für Zwischenlösungen, etwa eine „Fassadenaktion oder eine Entrümpelung der Verhüttelung“.

Während man bei den Grünen grundsätzlich alles offenlässt – einzige Bedingung ist, dass der Platz öffentlich nutzbar ist und sich die Aufenthaltsqualität erhöht – hat man im Büro Stenzel schon genauere Vorstellungen. Dass Stenzel keine Freundin von Hütten ist, egal ob Punsch- oder Würstelstand, ist bekannt. Auch von der derzeitigen Verkehrssituation hält sie wenig. „Da führt quasi eine Autobahn durch, das ist absolut unnotwendig.“ Auch ein Busparkplatz habe in der Innenstadt nichts verloren.

Im Büro Stenzel hofft man, dass sich nach dem Vorzeigeprojekt Rudolfsplatz, der sich nach der Umgestaltung vom Drogentreffpunkt zum netten Park entwickelt hat, auch der Schwedenplatz ähnlich positiv verändert. Wobei der Vergleich hinkt – der Schwedenplatz mag vieles sein, ein Plätzchen wie der Rudolfsplatz ist er nicht.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.04.2012)

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