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Facebook: Kellnerin wegen fremden Postings entlassen

(c) AP (Paul Sakuma)
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Ein Kollege hatte auf ihrer Facebook-Seite über den gemeinsamen Chef gelästert. Die Arbeiterkammer kritisiert die Entlassung.

Die Arbeiterkammer (AK) kritisiert die Entlassung einer Kellnerin, der ein Eintrag eines Kollegen auf ihrer Facebook-Seite vorgeworfen wurde. Das fremde Posting habe die Kellnerin ihren Job bei einem Wiener Hotel gekostet, berichtet der "Kurier" (Samstagsausgabe). Die fristlose Entlassung sei aus Sicht der AK völlig ungerechtfertigt und werde nun bekämpft. Das Hotel & Palais Strudlhof rechtfertigt die Entlassung, das Vertrauensverhältnis sei zerstört worden.

Die Facebook-Freundschaft mit einem Kollegen, der online über den Chef herzog, wurde laut "Kurier" als Begründung der Entlassung herangezogen. Das Posting habe drei Kollegen den Job gekostet: Den Autor, einen Kommentator, und die Kellnerin, die auf das Posting gar nicht reagierte, weil sie nicht online war. Für AK-Arbeitsrechtsexperten Günter Köstelbauer ist die Entlassung unverständlich, denn die Betroffene habe sich ja selbst gar nichts zuschulden kommen lassen.

Vonseiten des Vorgesetzten der Frau im Hotel werden laut "Kurier" die Entlassungen zwar bedauert aber verteidigt, weil durch den Facebook-Plausch das Vertrauensverhältnis zerstört worden sei. Außerdem habe es schon einen anderen Vorfall gegeben, der Schritt sei nicht aus heiterem Himmel gekommen. Schließlich habe es auch im Personal wegen ausstehender Gehälter rumort, da es Zahlungsschwierigkeiten gegeben habe, wurde gegenüber der Zeitung eingeräumt.

In der arbeitsrechtlichen Beratung würden "Facebook-Fälle" zunehmen, warnt der AK-Experte. Wenn Mitarbeiter im Web Geschäftsgeheimnisse verraten oder ihre Treue-, Loyalitäts- oder Rücksichtsnahmepflicht verletzen, könne dies den Job kosten.

(APA)