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Jemen: Über 40 Tote bei Gefechten mit al-Qaida

Jemen: Mindestens 24 Tote bei Angriff auf Militärstützpunkt
Symbolbild(c) REUTERS (Mohamed Al-sayaghi)
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Die Kämpfe ereigneten sich rund um die Stadt Loder in der Provinz Abyane, die eine Hochburg der Islamisten ist.

Bei schweren Gefechten mit Kämpfern des Terrornetzwerks al-Qaida sind im Süden des Jemen am Montag mehr als 40 Menschen getötet worden. Zuvor war von mindestens 24 getöteten Menschen berichtet worden. Unter den Opfern seien 14 Soldaten und sechs Mitglieder von Volksstämmen, die mit dem Militär zusammenarbeiteten, verlautete aus Militärkreisen. Die Kämpfe ereigneten sich demnach rund um die Stadt Loder in der Provinz Abyane, die eine Hochburg der Islamisten ist.

Den Gefechten gingen Angriffe der al-Qaida-Kämpfer voraus. Dutzende von ihnen attackierten am Morgen eine Kaserne der Armee in Loder und eine Straßensperre im Süden der Stadt. Daraufhin kam es zu heftigen Kämpfen gegen Soldaten, die von bewaffneten Männern örtlicher Stämme unterstützt wurden. Nach Armeeangaben wurden Verstecke der al-Qaida-Kämpfer auch vom Meer aus angegriffen. Demnach wurden 24 Aufständische getötet.

"Partisanen der Scharia"

Loder liegt rund 150 Kilometer nordöstlich der Stadt Sindshibar. Die Küstenstadt wird seit fast einem Jahr von einer al-Qaida-nahen Rebellengruppe kontrolliert, die sich "Partisanen der Scharia" nennt. Im August 2010 hatte al-Qaida vorübergehend die Kontrolle über Loder, bevor die Rebellen von Soldaten und Stämmen wieder aus der Stadt vertrieben wurden.

Die jemenitische Zentralregierung ist derzeit immer noch durch monatelange Proteste der Opposition geschwächt, die schließlich zum Rücktritt von Präsident Ali Abdallah Saleh führten. Al-Qaida-Kämpfer weiteten unterdessen ihren Einfluss im Süden des Landes aus. Am Montag wurden in Aden, der früheren Hauptstadt Südjemens, ein Polizist getötet und ein weiterer verletzt.

Alle Flüge gestrichen

Am Flughafen in Sanaa mussten am Samstag nach einer Drohung mit Anschlägen alle Flüge gestrichen werden. Anhänger des geschassten Luftwaffenkommandeurs, Mohammed Saleh Al-Ahmar, einem Halbbruder des ausgeschiedenen Langzeitpräsidenten, hatten angekündigt, Flugzeuge angreifen zu wollen, wie aus Sicherheitskreisen verlautete. Seine Anhänger umzingelten das Gelände nach Angaben lokaler Medien mit gepanzerten Fahrzeugen. Stunden später wurde der Flugbetrieb wieder aufgenommen.

Der neue Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi hatte mehrere Militärs und Gouverneure am Freitag entlassen. Damit erfüllte das Staatsoberhaupt einen Teil der Vereinbarung zur Neugestaltung des Landes. Diese hatte Saleh im November in Saudi-Arabien nach monatelangen Massenprotesten unterzeichnet. Abgesehen vom Rückzug des Machthabers sieht das Papier vor, dass die vielen Kommandanten abgesetzt werden, die zu Salehs Familie gehören.

 

(Ag.)